Mit dem „Rosemount 350A“ erweitert Emerson sein Portfolio für die Flüssigkeitsanalyse um einen digitalen pH-/ORP-Sensor für anspruchsvolle Prozessumgebungen. Der pH-Sensor ist insbesondere für Anwendungen mit hohen Temperaturen und Drücken sowie für einziehbare Installationen konzipiert. Bei konventionellen analogen Sensoren können unter solchen Einsatzbedingungen unter anderem Signalrauschen, die Verkabelung und eingeschränkte Diagnosemöglichkeiten die Installation und den Betrieb erschweren. Der neue Sensor wandelt die erfassten pH-/ORP-Daten deshalb bereits digital um und überträgt sie anschließend zur weiteren Verarbeitung. Dadurch soll die Empfindlichkeit gegenüber elektrischen Störeinflüssen reduziert werden.
Digitaler pH-Sensor setzt auf Modbus und M12
Für die Kommunikation verfügt der Sensor über eine digitale Modbus-Schnittstelle. M12-Steckverbindungen sollen die Installation vereinfachen und Fehler vermeiden, die bei einer manuellen Verdrahtung auftreten können. Die digitale Architektur ermöglicht zudem die Interoperabilität mit weiteren digitalen Flüssigkeitsanalysesensoren des Herstellers. Für Betreiber größerer Anlagen kann dies die Standardisierung der eingesetzten Messtechnik erleichtern und den Aufwand bei der Ersatzteilhaltung reduzieren.
Kalibrier- und Diagnosedaten direkt im pH-Sensor
Neben der Messwertübertragung übernimmt der pH-Sensor die Speicherung von Kalibrierdaten und Diagnoseinformationen. Dadurch kann das Gerät bereits in der Werkstatt vorbereitet werden. Die hinterlegten Informationen stehen anschließend für Inbetriebnahme und Wartung zur Verfügung. Zustandsindikatoren und Ereignisprotokolle liefern Wartungsteams zusätzliche Informationen für die Beurteilung des Sensorzustands. Auf dieser Grundlage lassen sich Fehlerursachen analysieren und Wartungsmaßnahmen gezielter planen. „Durch die Kombination von Plug-and-Play-Konnektivität mit integrierter Diagnose und Kalibrierungsspeicher helfen wir den Teams, die Komplexität zu reduzieren und mehr Zeit damit zu verbringen, auf zuverlässige Messwerte zu reagieren“, sagt Rachel Jang, globale Produktmanagerin für Flüssigkeitsanalyse im Geschäftsbereich Messtechnik bei Emerson.
pH-Sensor für hohe Temperaturen und Drücke
Für den Einsatz unter anspruchsvollen Prozessbedingungen unterstützt der „Rosemount 350A“ auch einziehbare Befestigungsarten. Darüber hinaus ist der Sensor mit Titangehäusen sowie unterschiedlichen Referenzelektrolyten verfügbar. Damit lässt sich die Ausführung an verschiedene Prozessmedien und chemische Bedingungen anpassen. Relevant sind diese Eigenschaften beispielsweise bei Anwendungen, in denen hohe Temperaturen und Drücke sowie Ablagerungen oder Vergiftungserscheinungen die Messung und die Lebensdauer der Sensoren beeinträchtigen können.
Digitale Diagnose unterstützt die Instandhaltung
Mit der Verbindung von digitaler Messwertübertragung, gespeicherten Kalibrierdaten und Zustandsinformationen verlagert Emerson zusätzliche Funktionen direkt in den Sensor. Neben einer einfacheren Inbetriebnahme steht dabei insbesondere die Instandhaltung im Fokus. Wartungsteams können auf Diagnoseinformationen und Ereignisdaten zugreifen, ohne sich ausschließlich auf den aktuellen Messwert zu stützen. Der digitale pH-Sensor liefert damit zusätzliche Informationen für die Ursachenanalyse und eine zustandsorientierte Wartungsplanung in anspruchsvollen Prozessanwendungen.