Chemvalve entwickelt sein Portfolio ausgekleideter Armaturen für unterschiedliche Anforderungen der Chemie- und Prozessindustrie weiter. Im Mittelpunkt stehen neben Anwendungen bei tiefen Temperaturen auch PFAS-freie Armaturen sowie zusätzliche Gehäusevarianten und Zubehörkomponenten. Parallel arbeitet das Unternehmen an einer weiteren ausgekleideten Armatur und einer neuen Generation des Rückschlagventils „Chemdisc“.
PFAS-freie Armaturen als Alternative für geeignete Prozesse
Mit einer PFAS-freien Ausführung bietet Chemvalve eine Alternative für Prozesse, deren technische Bedingungen den Einsatz entsprechender Werkstoffe erlauben. Damit können Anlagenbetreiber bei der Werkstoffauswahl beispielsweise interne Vorgaben oder mögliche künftige regulatorische Anforderungen berücksichtigen. Die PFAS-freie Absperrarmatur ist in die Produktfamilie „Chemflyer“ integriert. Dadurch basiert die Ausführung auf derselben technischen Plattform wie die bestehenden Varianten. Welche Werkstoffe konkret zum Einsatz kommen und für welche Prozessmedien, Temperaturen und Drücke die PFAS-freie Variante freigegeben ist, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Armaturen für den Einsatz bei tiefen Temperaturen
Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt betrifft den Temperaturbereich PTFE-ausgekleideter Absperrklappen. Tiefe Temperaturen verändern die mechanischen Eigenschaften verschiedener Werkstoffe und können dadurch unter anderem die erforderlichen Betätigungsmomente erhöhen. Chemvalve hat nach eigenen Angaben Komponenten der Armatur angepasst, um diesen Effekten entgegenzuwirken.
„Tiefe Temperaturen stellen ausgekleidete Armaturen vor besondere Herausforderungen. Viele Werkstoffe werden unter diesen Bedingungen härter und spröder, wodurch die mechanische Belastung der Bauteile zunimmt und die erforderlichen Betätigungsmomente deutlich ansteigen. Durch gezielte Modifikationen an den relevanten Komponenten ist es uns gelungen, diese Effekte zu kompensieren. Das Ergebnis ist eine Armatur, die auch bei Tieftemperaturanwendungen eine zuverlässige Dichtheit, hohe Langlebigkeit und gleichzeitig niedrige Betätigungsmomente gewährleistet“, sagt Remo Christ, CTO von Chemvalve. Niedrigere Betätigungsmomente können insbesondere für die Dimensionierung der eingesetzten Antriebe relevant sein. Damit wirkt sich die konstruktive Anpassung nicht nur auf die Armatur selbst, sondern auch auf die Auslegung der zugehörigen Antriebstechnik aus.
PFAS-freie Armaturen ergänzen weitere Portfolioerweiterungen
Neben der PFAS-freien Variante und der Tieftemperaturausführung erweitert Chemvalve die verfügbaren Konfigurationen. Absperrklappen und Kugelhähne können künftig optional mit Edelstahlgussgehäusen ausgeführt werden. Diese Variante ist für korrosive Umgebungsbedingungen vorgesehen und kann den Einsatz zusätzlicher Gehäusebeschichtungen vermeiden. Für den Kugelhahn „Chemball“ wurde zudem ein neuer Handhebel entwickelt. Nach Angaben des Herstellers flossen dabei Rückmeldungen von Anwendern in die Konstruktion ein. Hinzu kommen selbst entwickelte und gefertigte Spindelverlängerungen. Sie ermöglichen die Kombination verschiedener Antriebe, Getriebe und Handhebel und können in unterschiedlichen Längen ausgeführt werden.
Weitere Armaturen für die Prozessindustrie geplant
Die aktuellen Entwicklungen sind Teil der Erweiterung der „Chemline“-Produktfamilie. Parallel arbeitet Chemvalve an der Markteinführung einer weiteren ausgekleideten Armatur sowie an der nächsten Generation des Rückschlagventils „Chemdisc“. „Unser Anspruch ist es, technologische Innovation mit einem klaren Kundennutzen zu verbinden und unsere Marktposition im Bereich ausgekleideter Armaturen kontinuierlich auszubauen. Mit den Weiterentwicklungen der ChemLine-Produktfamilie schaffen wir Lösungen, die den zukünftigen Anforderungen der Prozessindustrie bereits heute gerecht werden“, serklärt Pascal Willi, CEO von Chemvalve. Die beiden angekündigten Produktneuheiten sollen erstmals auf der Valve World Expo 2026 vorgestellt werden. Die Messe findet vom 01. bis 03. Dezember in Düsseldorf statt.