Nichts mehr verpassen: Der chemieindustrie-online.de Newsletter präsentiert regelmäßig die Highlights aus der Welt der Chemieindustrie. Ja, ich möchte den chemieindustrie-online.de Newsletter - widerruflich - abonnieren:



Bitte bestätigen Sie die Newsletter-Anmeldung in der Email, die Sie von uns in Kürze erhalten. Wir gewährleisten die Sicherheit Ihrer Daten nach den aktuellen Datenschutzgesetzen. Den Newsletter können Sie jederzeit mit einem Mausklick wieder abbestellen (= Widerruf der Einwilligung).

Schlaglicht September 2025 - Fokus Chemie
VCI: Chemieindustrie zeigt im September 2025 Stagnation trotz Reformversprechen
Dienstag, 30. September 2025
| Redaktion
Teilen auf:
Entwicklung der Chemieindustrie im Juli 2025
Entwicklung der Chemieindustrie im Juli 2025 (*Erzeugerpreise: August 2025), Bild: VCI basierend auf Daten von Destatis

Die Stimmung in der deutschen Chemieindustrie bleibt im September 2025 deutlich angespannt. Weder wirtschaftlich noch politisch ist eine Trendwende erkennbar. Drei Jahre in Folge bewerten die Unternehmen ihre Lage als unbefriedigend, zuletzt mit erneut fallender Tendenz. Auch die Erwartungen an die künftige Entwicklung sind wieder eingetrübt. Eine konjunkturelle Erholung wird frühestens im kommenden Jahr erwartet.

Chemieproduktion und Aufträge deutlich rückläufig

Die aktuellen Wirtschaftsdaten verdeutlichen den Ernst der Lage: Die Chemieproduktion lag im Juli 2025 rund sieben Prozent unter dem Vorjahreswert, der Auftragseingang sank sogar um zehn Prozent. Besonders im Inland macht sich die konjunkturelle Schwäche bemerkbar, da viele Abnehmerbranchen ihre Produktion weiter zurückfahren. Der Inlandsumsatz mit Chemikalien bleibt deutlich hinter dem Vorjahresniveau.

Chemieindustrie verliert an internationaler Wettbewerbsfähigkeit

Auch im Auslandsgeschäft sieht sich die deutsche Chemieindustrie erheblichen Herausforderungen ausgesetzt. Die Wettbewerbsposition ist schwach, hinzu kommen wachsende Belastungen durch Zölle und regulatorische Anforderungen. Damit verschärft sich der Druck auf Erzeugerpreise, die zuletzt erneut nachgaben.

VCI fordert politische Kurskorrektur für die Chemieindustrie

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) sieht dringenden politischen Handlungsbedarf. Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup warnt: „Die Industrienation Deutschland hat heftig Schlagseite. Aber noch immer wird im Maschinenraum der Republik Wasser geschöpft, statt Lecks abzudichten. Berlin riskiert den Untergang zentraler Branchen. Fatal, denn die Industrie sichert unseren Wohlstand. Der Kanzler hat eine Kurskorrektur und weniger Belastungen versprochen. Wir nehmen ihn beim Wort. Flickschusterei reicht nicht mehr. Jetzt gilt es: Liefert zügig bei deutlicher Reduktion von Stromkosten, Monsterbürokratie und irrer Regulation aus Brüssel. Wenn die Politik jetzt nicht handelt, verlieren wir nicht nur Anlagen und Arbeitsplätze. Die industrielle Zukunft steht auf dem Spiel.“

Appell an Berlin und Brüssel

Um Investitionen zu mobilisieren und die Konjunktur zu beleben, fordert der VCI konkrete wirtschaftspolitische Signale. Der sogenannte „Herbst der Reformen“ darf aus Sicht der Branche nicht ergebnislos in eine politische Winterpause münden. Deutschland und Europa müssen nun konsequent auf Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Innovationskraft setzen, um die industrielle Basis langfristig zu sichern.

Auch interessant für Sie

Chemiepark Marl
Entwicklung der Pharma- und Chemieproduktion
Entwicklung der Produktion der Pharma- und Chemieindustrie  im ersten Quartal 2025
Erneuter Rückschlag für die deutsche Chemieindustrie
VCI - Entwicklung der Pharma- und Chemieproduktion im zweiten Quartal 2024
Auf allen wichtigen Exportmärkten war der Umsatz von Chemie und Pharma im bisherigen Jahresverlauf rückläufig beziehungsweise stagnierte. Zudem dürften die aktuellen Zollturbulenzen das Exportgeschäft weiter belasten.