Die PFAS-Entfernung gewinnt in der Wasseraufbereitung zunehmend an Bedeutung. Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen gelten aufgrund ihrer hohen chemischen Stabilität als schwer abbaubar und reichern sich langfristig in Böden, Gewässern und Trinkwasser an. Mit Blick auf verschärfte EU-Grenzwerte entwickeln Wasserversorger und Industrie deshalb neue Strategien zur zuverlässigen Entfernung dieser sogenannten Ewigkeitschemikalien. Grünbeck stellt zur Ifat 2026 eine neue Generation von Filtersystemen zur PFAS-Entfernung vor.
PFAS-Entfernung mit Dreifach-Absorberanlage
Die neuen „sorbliQ“-Absorberanlagen wurden speziell für kommunale Wasserversorger sowie industrielle Anwendungen entwickelt. Ziel ist die effektive Entfernung lang- und kurzkettiger PFAS-Verbindungen aus belastetem Rohwasser. Durch den Einsatz eines hochselektiven Absorberharzes sollen sich die künftig geltenden EU-Grenzwerte dauerhaft unterschreiten lassen. Gleichzeitig soll eine konstante Trinkwasserqualität sichergestellt werden.
Im Zentrum der neuen Produktlinie steht die Dreifach-Absorberanlage „sorbliQ:LA“. Die Anlage arbeitet mit drei hintereinandergeschalteten Filterbehältern aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Die vormontierte Verrohrung ermöglicht eine kompakte Installation und erleichtert Wartungsarbeiten. Die Systeme sind je nach Ausführung für Nenndurchflüsse zwischen zehn und 50 Kubikmetern pro Stunde ausgelegt. Das verwendete Absorberharz verfügt über eine Trinkwasserzulassung und zeichnet sich laut Hersteller durch eine hohe Aufnahmekapazität für PFAS-Verbindungen aus.
Rotationsprinzip verbessert PFAS-Entfernung
Die Anlage nutzt eine sogenannte „MGR“-Schaltung zur besseren Ausnutzung des Absorbermaterials. Dabei wird das Harz nicht gleichzeitig in allen Filterbehältern ersetzt. Erst wenn hinter dem zweiten oder dritten Filter ein PFAS-Durchbruch messbar wird, erfolgt der Austausch des ersten Behälters. Anschließend wird dieser an das Ende der Reihenschaltung versetzt. Dieses Rotationsprinzip verlängert die Standzeiten des Harzes und reduziert die Betriebskosten.
PFAS-Entfernung unterstützt neue EU-Grenzwerte
Die neuen Filtersysteme sollen insbesondere dabei helfen, die ab 2026 und 2028 geltenden Summengrenzwerte für PFAS im Trinkwasser einzuhalten. Durch die hohe Adsorptionsleistung bleibt die Filtrationsqualität auch bei stärker belastetem Rohwasser stabil. Die Systeme lassen sich dabei an unterschiedliche Anforderungen von Wasserversorgung und Industrie anpassen.
Nachhaltigkeit in der Wasseraufbereitung
Nach dem Austausch wird das belastete Absorberharz thermisch verwertet. Neben der PFAS-Entfernung arbeitet Grünbeck nach eigenen Angaben auch an weiteren Technologien für eine ressourcenschonende Wasseraufbereitung, darunter energieeffiziente Systeme und Lösungen für die Wasserstofferzeugung. Sie finden Grünbeck auf der Ifat 2026 in München in Halle B2 am Stand 251.