Die Verpackungsindustrie steht unter hohem Transformationsdruck. Neue regulatorische Anforderungen, steigende Erwartungen an recyclingfähige Verpackungen und die zunehmende Digitalisierung der Produktion verändern Entwicklungs- und Fertigungsprozesse grundlegend. Henkel reagiert darauf mit der Modernisierung seines Packaging Competence Center in Düsseldorf. Der Standort soll Unternehmen entlang der Verpackungswertschöpfungskette dabei unterstützen, neue Klebstoff- und Beschichtungslösungen unter praxisnahen Bedingungen zu testen, zu validieren und schneller in industrielle Anwendungen zu überführen.
Henkel erweitert Testumgebung für Verpackungsentwicklung
Mit dem modernisierten Packaging Competence Center schafft Henkel Adhesive Technologies eine zentrale Plattform für die Entwicklung und Skalierung neuer Verpackungslösungen. Der Fokus liegt auf praxisnahen Tests unter realistischen Produktionsbedingungen. „Die Wahl des Klebstoffs oder der Beschichtung, die wir heute treffen, definiert die Verpackungen, die morgen im Regal stehen“, erklärt Dirk Martin, Head of Henkel Packaging Adhesives and Coatings in Europa. „Mit unserem Packaging Competence Center stellen wir sicher, dass diese Entscheidungen richtig sind.“ Die Modernisierung baut auf der strategischen Partnerschaft zwischen Henkel und Nordmeccanica auf, die bereits 2025 angekündigt wurde. Ziel der Kooperation ist es, Innovationen und Nachhaltigkeit im Bereich flexibler Verpackungen voranzutreiben.
Digitalisierung: Neue Maschinen stärken Verpackungsprozesse bei Henkel
Herzstück des modernisierten Zentrums sind zwei neue Anlagen von Nordmeccanica: die „Super Combi 5000“ und die „Super Simplex SL e800“. Beide Systeme decken unterschiedliche Laminier- und Beschichtungsprozesse ab und ermöglichen umfangreiche Anwendungstests. Die Anlagen verfügen über digitale Prozessüberwachung und Online-Auftragsgewichtssysteme zur Datenerfassung und Qualitätskontrolle. Dadurch lassen sich Produktionsbedingungen realitätsnah simulieren und industrielle Skalierungen vorbereiten. „Eine strategische Partnerschaft schafft nur dann einen Mehrwert, wenn sie praktische Ergebnisse liefert“, betont Vincenzo Cerciello, Vice President von Nordmeccanica. „Mit unseren Maschinen als Herzstück des modernisierten Packaging Competence Center wandeln wir gemeinsame Ambitionen in reale Potenziale um und ermöglichen der Verpackungsindustrie somit, Lösungen mit einer einzigartigen Präzision und Geschwindigkeit zu testen, zu optimieren und zu skalieren.“
Recyclingfähige Verpackungen stehen im Fokus
Ein zentraler Schwerpunkt des modernisierten Standorts liegt auf recyclingfähigen Verpackungslösungen. Beschichtungen und Klebstoffe spielen dabei eine entscheidende Rolle, insbesondere bei Monomaterial-Verpackungen. „Dieser Standort ist auf die zentralen Zukunftsfragen der Verpackungsindustrie ausgelegt: recyclingfähige Lösungen und Einsatz nachhaltiger Inhaltsstoffe“, sagt Kai Ethner, Director of Application Engineering bei Henkel Packaging Adhesives and Coatings in Europa. Henkel deckt im Competence Center verschiedene Technologien ab, darunter lösungsmittelfreie, wasserbasierte und lösungsmittelbasierte Klebstoffsysteme sowie Beschichtungslösungen für Kunststoff- und Papieranwendungen.
Henkel integriert digitale Prozesse und Schulungsangebote
Parallel zur Modernisierung investierte Henkel auch in seinen Testbereich für Haftklebstoffanwendungen. Neue Beschichtungsanlagen sowie UV-Aktivierungs- und Messsysteme erweitern die Möglichkeiten für Entwicklungen im Bereich Specialty Tapes und Labels. Das Packaging Competence Center ist eng mit dem benachbarten Inspiration Center Düsseldorf vernetzt. Dadurch bildet Henkel den gesamten Produktlebenszyklus ab, von der chemischen Entwicklung über Anwendungstests und industrielle Validierung bis hin zu Recyclingtests. Zusätzlich unterstützt das Unternehmen Kunden mit Schulungsangeboten wie der „Converter’s Academy“, um neue Anwendungstechnologien schneller in die industrielle Praxis zu übertragen.
Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette
Für Henkel bleibt die enge Zusammenarbeit mit Kunden, Maschinenherstellern und Partnern ein entscheidender Faktor bei der Entwicklung nachhaltiger Verpackungslösungen. „Um unser oberstes Ziel einer echten Nachhaltigkeit von Verpackungen zu erreichen, ist eine enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette erforderlich“, sagt Ethner. „Es geht dabei nicht nur um neue Maschinen oder Gebäude: Es geht darum, Erfahrung und Fachwissen zu bündeln, um die Branche gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern voranzubringen.“