Die deutsche Chemieindustrie bleibt zu Jahresbeginn unter Druck. Rückläufige Auftragseingänge, sinkende Produktionszahlen und schwache Exportmärkte prägen die Lage. Zwar mehren sich erste Signale für eine konjunkturelle Stabilisierung, doch bleibt die wirtschaftliche Situation im Kernsegment der Industrie angespannt.
Nachfrage in der Chemieindustrie weiterhin schwach
Im November 2025 lagen die Auftragseingänge um 6,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland blieb die Nachfrage unter den Erwartungen. Der Produktionsrückgang setzte sich mit einem Minus von 3,1 Prozent fort. Auch die Erzeugerpreise gaben nach und lagen um 1,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Umsatz- und Exportentwicklung unter Druck
Der Umsatz der Branche verfehlte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum das Vorjahresniveau um sieben Prozent. Die Chemieexporte gingen im Zeitraum Januar bis Oktober 2025 um 3,3 Prozent auf rund 114,6 Milliarden Euro zurück. Besonders deutlich war das Minus bei den Ausfuhren in die USA mit minus 10,4 Prozent sowie nach China mit minus 10 Prozent. Positiv entwickelten sich lediglich die Exporte in die Niederlande mit einem Zuwachs von 4,8 Prozent und nach Japan mit plus 5,7 Prozent.
Erste Konjunktursignale in der Chemieindustrie erkennbar
Trotz der weiterhin belastenden Rahmenbedingungen gibt es erste Anzeichen für eine mögliche wirtschaftliche Erholung. Die Geschäftserwartungen hellten sich leicht auf, die Kapazitätsauslastung stieg erstmals wieder an. Auch die Produktionspläne für die kommenden Monate zeigen eine vorsichtige Trendwende. Bei den Exporterwartungen registriert die Branche erstmals seit einem Jahr wieder positive Impulse.
VCI fordert Reformen für nachhaltiges Wachstum
Der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie, Wolfgang Große Entrup, sieht die Regierung auf dem richtigen Weg, warnt aber vor einem Nachlassen der Reformanstrengungen: „Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie muss endlich wiederhergestellt werden. Nicht durch weniger Feiertage oder Sondervermögen. Wir brauchen Wachstum aus eigener Kraft dank mutiger Reformen.“