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Krieg im Golfraum, Lieferkettenprobleme und schwache Auslastung bremsen die Branche
VDMA senkt für 2026 die Produktionsprognose für deutschen Maschinenbau auf null Wachstum
Montag, 29. Juni 2026
| Redaktion
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Der VDMA rechnet damit, dass sich die erwartete konjunkturelle Erholung weiter verschieben wird, ist aber optimistisch, dass sich die Lage im Laufe des Jahres bessert
Der VDMA rechnet damit, dass sich die erwartete konjunkturelle Erholung weiter verschieben wird, ist aber optimistisch, dass sich die Lage im Laufe des Jahres bessert, Bild: chemieindustrie-online.de / Susanne Woggon

Die Erwartungen für den Maschinenbau haben sich im Verlauf des Jahres deutlich eingetrübt. Der VDMA hat seine Produktionsprognose für 2026 nach unten korrigiert und rechnet nun nicht mehr mit einem Wachstum des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Statt eines bislang erwarteten Anstiegs um ein Prozent gehen die Volkswirte des Verbands nun von einer stagnierenden Produktion aus. Ausschlaggebend sind vor allem die Folgen des Kriegs in der Golfregion, anhaltende Unsicherheiten im Welthandel sowie eine weiterhin schwache Auslastung vieler Unternehmen.

Maschinenbau leidet unter geopolitischen Belastungen

Nach Einschätzung des VDMA haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit Beginn des Jahres verschlechtert. Der Krieg in der Golfregion habe die Unsicherheit auf den internationalen Märkten erhöht, den Inflationsdruck verstärkt und bestehende Probleme in den Lieferketten wieder verschärft.

VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt erklärt, die reale Produktion im Maschinen- und Anlagenbau werde 2026 voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahres liegen. „Der seit Ende Februar andauernde Krieg in der Golfregion hat die weltweite Unsicherheit erhöht, die Inflation angetrieben und uns zurückgeworfen. Das Thema Lieferketten belastet auch wieder stärker. Konkret berichten mittlerweile 15 Prozent der Maschinenbau-Unternehmen hier von Problemen", so Gernandt. Selbst wenn sich die Lage rund um die Straße von Hormus kurzfristig entspanne, werde der internationale Handel Zeit benötigen, um sich zu normalisieren. Nach Angaben des Verbands berichten inzwischen 15 Prozent der Maschinenbauunternehmen wieder von Lieferproblemen.

Aufträge steigen, Auslastung bleibt niedrig

Trotz der eingetrübten Erwartungen verzeichnete der Maschinenbau in den ersten vier Monaten des Jahres eine positive Auftragsentwicklung. Von Januar bis April 2026 stiegen die Bestellungen preisbereinigt um drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung spiegelt sich bislang jedoch nicht in der Produktion wider. Die technische Kapazitätsauslastung lag im April bei lediglich 77,8 Prozent und damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85,6 Prozent. Gleichzeitig unterschritt die reale Produktion in den ersten vier Monaten des Jahres den Vorjahreswert um 2,6 Prozent. Nach Einschätzung des VDMA reicht eine mögliche Belebung im weiteren Jahresverlauf deshalb nicht aus, um die Produktion 2026 insgesamt wieder in den positiven Bereich zu führen.

Langfristig bleiben Maschinenbau und Anlagenbau optimistisch

Trotz der kurzfristigen Herausforderungen sieht der Verband die langfristigen Perspektiven des Maschinenbaus weiterhin positiv. Der weltweite Bedarf an Maschinen und Anlagen bleibe hoch, insbesondere mit Blick auf Digitalisierung, Automatisierung, Energieeffizienz und nachhaltige Produktionsverfahren. Dr. Gernandt verwies darauf, dass der Maschinenbau über die notwendigen Technologien verfüge, um zahlreiche industrielle und gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen. Gleichzeitig sprach er sich für weitere wirtschaftspolitische Reformen in Deutschland aus. Nach Ansicht des VDMA sollte der aktuelle Reformschwung genutzt werden, um insbesondere bei Steuern, Krankenversicherung und Arbeitsmarkt zusätzliche Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland umzusetzen.

Maschinenbau wartet auf konjunkturelle Erholung

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich die konjunkturelle Erholung im Maschinenbau weiter verzögert. Zwar entwickeln sich die Auftragseingänge positiv, gleichzeitig bremsen geopolitische Unsicherheiten, Lieferkettenprobleme und eine geringe Kapazitätsauslastung die Produktion. Für 2026 rechnet der VDMA deshalb nicht mehr mit einem Wachstum der Branche, hält jedoch an seiner langfristig positiven Einschätzung des deutschen Maschinenbaus fest.

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