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Wägetechnik als Grundlage für neue Siloanlagen
Analoge Drucklast-Wägezellen sichern bei Grace präzise Siloverwiegung in der Spezialchemie
Donnerstag, 18. Juni 2026
| Redaktion
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Wägezellen im Einsatz bei Grace: Applikationsspezialist Stefan Christians prüft mögliche Kraftnebenschlüsse an Rohrleitungen und Schläuchen und zeigt gezielte Maßnahmen zur Minimierung für Verwägepräzision
Applikationsspezialist Stefan Christians prüft mögliche Kraftnebenschlüsse an Rohrleitungen und Schläuchen und zeigt gezielte Maßnahmen zur Minimierung für Verwägepräzision, Bild: Minebea Intec

Präzise Messwerte sind in der Spezialchemie eine wesentliche Voraussetzung für stabile Produktionsprozesse. Am europäischen Hauptstandort von Grace in Worms werden chemische Materialien und Prozesslösungen für Raffinerien, die Kunststoffindustrie sowie für die Herstellung von Impfstoffen und Medikamenten produziert. Die Verarbeitung erfolgt unter anspruchsvollen Bedingungen mit abrasiven und korrosiven Stoffen, hohen Temperaturen und kontinuierlichem Betrieb. Um für die erforderliche Prozesssicherheit zu sorgen, setzt das Unternehmen auf analoge Drucklast-Wägezellen von Minebea Intec. Die bestehende Wägetechnik diente nun auch als Grundlage für die Planung neuer Siloanlagen.

Wägezellen überwachen Silos und Prozessbehälter

Die eingesetzten Wägezellen erfassen bei Grace kontinuierlich die Füllstände von Silos und Prozessbehältern. Die Messwerte dienen nicht nur der Bestandsüberwachung, sondern steuern auch die automatische Übergabe von Chargen an die jeweiligen Endproduktsilos. Zum Einsatz kommen analoge Drucklast-Wägezellen der Baureihen „Inteco“, „PR 6201“ und „PR 6211“ in Verbindung mit den Einbausätzen „PR 6143/00N Mini-Flexlock 25kN“ sowie „PR 6003“. Die Signalauswertung erfolgt über den Wägetransmitter „PR 5230“. Speziell die Drucklast-Wägezelle „PR 6201“ ist für die Verwiegung von Hochlast-Silos, Tanks und Prozessbehältern im Bereich von 100 bis 520 Tonnen ausgelegt. In der chemischen Industrie müssen solche Systeme dauerhaft präzise arbeiten und gleichzeitig Korrosion sowie mechanischen Belastungen standhalten.

Analoge Drucklast-Wägezellen bewähren sich im Dauerbetrieb

Grace setzt bewusst auf analoge Messtechnik. Im Unterschied zu digitalen Wägezellen erfolgt die Analog-Digital-Wandlung nicht direkt im Sensor, sondern erst in der nachgelagerten Wägeelektronik. Dadurch enthalten die Wägezellen weniger elektronische Komponenten, was ihre Robustheit in anspruchsvollen Umgebungen erhöht. Gleichzeitig bleibt die Messgenauigkeit langfristig erhalten.

Mathias Rau, Industriemeister in der zentralen Instandhaltung für Elektro- und MSR-Technik bei Grace, erklärt: „Was ich an der Wägetechnik von Minebea Intec besonders schätze, ist ihre Zuverlässigkeit über viele Jahre hinweg. Die Systeme laufen bei uns seit Jahrzehnten stabil im Dauerbetrieb. Gerade in unserer Umgebung ist es entscheidend, sich auf die Messwerte jederzeit verlassen zu können. Das gibt uns im Alltag Sicherheit und reduziert ungeplante Stillstände erheblich.“ Zu den Vorteilen der analogen Technik zählt nach Angaben des Herstellers auch die einfache Fehlererkennung über Spannungsmessungen. Gleichzeitig profitieren Betreiber von einer hohen Verfügbarkeit und einer langfristig stabilen Messgenauigkeit.

Einbausätze schützen die Wägezellen vor Belastungen

Für die prozesssichere Integration der Wägezellen kommen spezielle Einbausätze zum Einsatz. Das Flexlock-System sorgt für eine definierte Krafteinleitung und gleicht Montage- sowie temperaturbedingte Bewegungen der Behälter aus. Gleichzeitig werden die Sensoren vor Querkräften und Überlastungen geschützt. Dadurch bleibt die Messgenauigkeit auch bei wechselnden Betriebsbedingungen erhalten. Gerade bei großen Silos und komplexen Rohrleitungssystemen können zusätzliche Krafteinwirkungen die Messergebnisse beeinflussen. Deshalb wurden im Rahmen der technischen Beratung mögliche Kraftnebenschlüsse an Rohrleitungen und Schläuchen überprüft und Maßnahmen zur Minimierung solcher Einflüsse betrachtet.

Neue Siloprojekte profitieren von früher Planung

Im Zuge eines Erweiterungsprojekts mit drei neuen Silos nutzte Grace die bestehende Wägelösung als Referenz für die weitere Anlagenplanung. Gemeinsam mit Anwendungsspezialist Stefan Christians von Minebea Intec wurde analysiert, wie sich das bewährte Konzept auf zukünftige Anlagen übertragen lässt. Im Mittelpunkt standen dabei weniger kurzfristige Anpassungen als vielmehr die langfristige Auslegung der neuen Silos. Die Beratung berücksichtigte neben den messtechnischen Anforderungen auch Umgebungsbedingungen wie Windlasten, seismische Einflüsse sowie konstruktive Rahmenbedingungen. Ziel war es, bereits in einer frühen Projektphase eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die weitere Planung zu schaffen und spätere Projektrisiken zu reduzieren. Christians betont: „Insbesondere bei Neubauprojekten unterstützen wir unsere Kunden frühzeitig mit umfassender applikationsbezogener Expertise. Dazu zählen unter anderem die Berücksichtigung von Umgebungsbedingungen,
Windlasten, seismischen Einflüssen sowie konstruktiven und messtechnischen Anforderungen.“

Bewährte Wägetechnik als Grundlage für zukünftiges Wachstum

Für Grace steht bei neuen Projekten die Übertragung einer über Jahre bewährten Lösung auf zukünftige Produktionskapazitäten im Vordergrund. Die Kombination aus analogen Drucklast-Wägezellen, robusten Einbausystemen und frühzeitiger technischer Beratung bildet dabei die Grundlage für eine prozesssichere Siloverwiegung unter anspruchsvollen Bedingungen der Spezialchemie.

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