Mit der Inbetriebnahme des ersten Elektrodenkessels im Chempark Krefeld-Uerdingen treibt Currenta den Umbau der industriellen Energieversorgung weiter voran. Die neue Anlage erzeugt künftig bis zu 60 Tonnen Dampf pro Stunde und versorgt die Produktionsbetriebe am Standort mit Prozesswärme. Gleichzeitig soll der Elektrodenkessel helfen, den Kohleeinsatz deutlich zu reduzieren und die industrielle Energieversorgung flexibler sowie perspektivisch klimaneutral auszurichten.
Elektrodenkessel ersetzt schrittweise kohlebetriebene Anlagen
Der neue Elektrodenkessel „K10“ ersetzt nach Angaben von Currenta schrittweise bestehende kohlebetriebene Kesselanlagen am Standort Uerdingen. Wird die Anlage mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben, kann die Dampferzeugung künftig vollständig klimaneutral erfolgen. Durch die Verringerung des Kohleeinsatzes erwartet Currenta eine Reduktion der CO2-Emissionen um bis zu 50.000 Tonnen pro Elektrodenkessel und Jahr. Uerdingen ist bereits der dritte Chempark-Standort, an dem Currenta diese Technologie einsetzt. In Leverkusen und Dormagen befinden sich bereits drei Elektrodenkessel im Betrieb.
Chempark setzt auf flexible industrielle Energieversorgung
Die Anlage zeichnet sich insbesondere durch ihre hohe Flexibilität aus. Der Elektrodenkessel kann seine Leistung deutlich schneller anpassen als konventionelle Kesselanlagen und reagiert damit flexibel auf schwankende Bedarfe sowie Strommarktsignale. „Kohle war gestern. Unsere neu hochmoderne Anlage in Uerdingen reagiert in Sekunden und stabilisiert so das Netz“, erklärt Axel Pompe, Leiter der Business Unit Energy bei Currenta. Diese Flexibilität mache Energie für die Kunden dauerhaft wettbewerbsfähig und unterstütze gleichzeitig die Energietransformation. Der Elektrodenkessel verfügt über eine automatische und datenbasierte Steuerung und soll perspektivisch auch die Integration erneuerbarer Energien in die industrielle Energieversorgung erleichtern.
Elektrodenkessel gilt als wichtiger Schritt für den Standort
An der Inbetriebnahme nahmen unter anderem Silke Krebs, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer teil. Silke Krebs bezeichnete das Projekt als Symbol für die industrielle Transformation. Wo über Jahrzehnte kohlebetriebene Anlagen die Energieversorgung sichergestellt hätten, entstehe nun ein modernes und perspektivisch klimaneutrales Energiesystem, das Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz miteinander verbinde.
Auch Currenta-CEO Tim Hartmann sieht in der Anlage ein wichtiges Signal für die Zukunft des Standorts Uerdingen. „Mit dem ersten der zwei geplanten Uerdinger Elektrodenkessel schlagen wir ein neues Kapitel auf, der klimaneutral erzeugte Dampf ist ab sofort auch in Uerdingen verfügbar. Das ist auch ein Bekenntnis zur zukunftssichernden Ausrichtung dieses Standorts und zu einer Industrie, die in Europa nur dann Zukunft hat, wenn sie sich verändert. Dieses Investment sendet ein klares Signal: Wir glauben an den Chemiestandort Uerdingen."
Investitionen sollen Chempark langfristig stärken
Möglich wurde das Projekt durch eine gemeinsame Investitionsentscheidung von Currenta sowie den Standortpartnern Bayer, Covestro und Lanxess. Für die beiden geplanten Elektrodenkessel am Standort Krefeld-Uerdingen ist ein Investitionsvolumen von knapp 50 Millionen Euro vorgesehen. Ein zweiter Elektrodenkessel befindet sich bereits im Bau und soll 2027 in Betrieb gehen. Currenta verfolgt damit das Ziel, die Energieversorgung im Chempark langfristig flexibler, emissionsärmer und zukunftssicher auszurichten.