BASF treibt die Transformation seines Bereichs Global Business Services voran, um die langfristige Kostenwettbewerbsfähigkeit zu sichern. Ziel ist es, die Resilienz zu erhöhen und weltweit eine konsistente Serviceerbringung für die Geschäftsbereiche zu ermöglichen. Im Zuge dieser Weiterentwicklung plant das Unternehmen, Finanz- und HR-Services in einem neuen globalen Hub in Indien zu bündeln. Supply-Chain-bezogene Dienstleistungen sollen künftig stärker am bestehenden Standort Kuala Lumpur in Malaysia konzentriert werden. Aufgaben mit unmittelbarem Standortbezug verbleiben weiterhin lokal oder regional.
BASF will langfristige Kostenwettbewerbsfähigkeit sichern
Die Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Neuausrichtung, mit der BASF Standardisierung und Automatisierung ausbauen sowie verstärkt kosteneffiziente Standorte nutzen will. Finanzvorstand Dr. Dirk Elvermann erklärt: „Mit diesem Schritt planen wir, den Bereich Global Business Services systematisch weiterzuentwickeln, um unsere Unternehmensstrategie mit möglichst wettbewerbsfähigen Servicestrukturen zu unterstützen. Die Bündelung von Services in globalen Hub-Strukturen soll ein zentraler Baustein für eine verlässliche interne Serviceerbringung sein und zugleich unsere langfristige Kostenwettbewerbsfähigkeit sichern“
Rolle der bestehenden BASF-Hubs
Die regionalen Hubs in Berlin, Kuala Lumpur und Montevideo bleiben grundsätzlich erhalten. Sie sollen weiterhin Dienstleistungen erbringen, die sinnvoll auf regionaler Ebene gebündelt werden können. Tobias Dratt, President Global Business Services, betont die organisatorische Perspektive: „Unser Bereich Global Business Services zeichnet sich seit jeher durch einen starken Unternehmergeist aus. Wir finden pragmatische Lösungen, reagieren schnell und unterstützen die BASF mit einem ausgeprägten Serviceverständnis. Gerade deshalb ist uns eine frühe und transparente Kommunikation wichtig. Das Projekt eröffnet uns die Chance, eine agilere, noch zielgerichtetere Organisation zu etablieren, die auch weiterhin Wert für die BASF-Geschäfte schafft.“
Kritik der IGBCE an Verlagerungsplänen
Die angekündigten Pläne stoßen bei der Industriegewerkschaft IGBCE auf deutliche Kritik. Hintergrund ist insbesondere die mögliche Verlagerung von Aktivitäten aus Berlin. IGBCE-Vorsitzender Michael Vassiliadis, zugleich Mitglied des Aufsichtsrats der BASF SE, betont: „Mit diesem beschäftigungspolitischen Schlag führt BASF ein tarifliches Vorzeigeprojekt zu einem Ende, mit dem wir Tausende gute Arbeitsplätze in der Bundeshauptstadt geschaffen haben.“
Auch Stephanie Albrecht-Suliak, Leiterin des IGBCE-Landesbezirks Nordost, äußert sich kritisch: „Die Beschäftigten haben nicht über Jahre ihren Beitrag zur Weiterentwicklung des Standorts geleistet, nur um jetzt abserviert zu werden. Das ist verantwortungslos und trifft auf unseren entschiedenen Widerstand.“ Betriebsratsvorsitzende Judith Nolten-Bertucco ergänzt: „Sie haben zahlreiche bedeutende Projekte für die BASF umgesetzt und damit wettbewerbsfähige Services für den Konzern erbracht, die wesentlich zur Kostensenkung beigetragen haben.“
Strategische Neuausrichtung mit arbeitsmarktpolitischer Dimension
Mit der geplanten Neustrukturierung verfolgt BASF das Ziel, interne Servicestrukturen global wettbewerbsfähig auszurichten. Gleichzeitig verdeutlicht die Reaktion der Arbeitnehmervertretung die arbeitsmarktpolitische Bedeutung der Entscheidung. Weitere Details zur Umsetzung werden derzeit ausgearbeitet. Nach Angaben des Unternehmens sollen Arbeitnehmervertretungen gemäß gesetzlichen Vorgaben eingebunden werden. Der Bereich Global Business Services beschäftigt rund 8.500 Mitarbeitende weltweit. Das Portfolio umfasst unter anderem Finanzwesen, Logistik, Human Resources, Kommunikation, Regulatory und Intellectual Property sowie Umwelt, Gesundheit, Sicherheit und Qualität.