Drohnen ersetzen gefährliche Inspektionen
ISW Technik nutzt Drohnentechnik für verbesserte Instandhaltung im Industriepark Wiesbaden
Donnerstag, 05. Februar 2026
| Redaktion
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Einsatz von Drohnentechnik: Eine Drohne der ISW Technik mit Wärmebildkamera zeigt Wärmebrücken im Fensterbereich. Die dunkelblauen Stellen haben eine Temperatur von etwa 14 °C, die roten von teilweise mehr als 20 °C.
Eine Drohne der ISW Technik mit Wärmebildkamera zeigt Wärmebrücken, hier in einem Fensterbereich (links unten). Die dunkelblauen Stellen haben eine Temperatur von etwa 14 Grad Celsius, die roten von teilweise mehr als 20 Grad Celsius, Bild: ISW Technik

In industriellen Gewerbegebieten wie dem Industriepark Wiesbaden stellen Dachflächen, hohe Schornsteine, Rohrbrücken oder große Behälter Herausforderung und Risiko zugleich dar, wenn ihr Zustand überprüft werden muss. Traditionell bedeutet dies den Einsatz von Gerüsten oder Hubsteigern, oft in großer Höhe und unter schwierigen Bedingungen. Die ISW Technik setzt hier auf moderne Drohnentechnik, die Orte erreicht, zu denen Menschen nur schwer oder gar nicht vordringen könnten. Ausgestattet mit hochpräzisen Kameras liefern die Drohnen hochauflösende Zoom‑, Weitwinkel‑ und Wärmebilder, die Inspektionsprozesse sicherer, schneller und kosteneffizienter machen.

Drohnentechnik sorgt für mehr Tempo bei weniger Risiko

Mit Drohnen lässt sich die Dauer umfangreicher Inspektionen erheblich reduzieren. Aufgaben, die zuvor einen ganzen Tag in Anspruch nahmen, lassen sich in einem Bruchteil dieser Zeit erledigen. Die Bilddaten können unmittelbar übertragen und vor Ort ausgewertet werden. Expertenteams der ISW Technik lokalisieren potenzielle Schäden, bevor sie zu kostenintensiven Stillständen führen. Neben der klassischen Inspektion von Außenbereichen bieten die Luftbilder auch Vorteile für die Planung und Vermessung von Anlagen. Sie unterstützen die Dokumentation von Baufortschritten und liefern wertvolle Perspektiven.

Wärmebildkameras decken Energieverluste auf

Eine der eingesetzten Drohnen ist mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet. „Damit machen wir Temperaturunterschiede an Dächern, Fassaden, Rohrbrücken und Dampfleitungen sichtbar“, berichtet Lukas Mai, Thermografie‑Experte bei ISW Technik. „Indem wir solche Wärmebrücken und -leckagen identifizieren, erschließen wir unseren Kunden hohe Einsparpotenziale.“ Ergänzend kommt eine handgeführte Infrarotkamera zum Einsatz, um Wärmeinformationen aus Innenbereichen zu präzisieren. Damit können sie auch in Anlagen oder Schaltschränken feststellen, ob elektronische Bauteile heißer werden, als sie sollten. „Das kann darauf hindeuten, dass ein Austausch von Anlagenteilen nötig ist“, erklärt Mai. Wird dieser rechtzeitig durchgeführt, kann das größere Schäden bis hin zum Anlagenstillstand verhindern.

Zertifizierte Piloten für Drohnentechnik

Die Profi‑Drohnen der ISW Technik unterscheiden sich deutlich von Hobbygeräten durch ihre technische Ausstattung und Einsatzsicherheit. Die Piloten, darunter Lukas Mai und sein Kollege Benjamin Schläger, verfügen über ein Fernpilotenzeugnis der Klassen A1 bis A3. Dieses wird durch Prüfungen zu technischen und rechtlichen Kenntnissen erworben und muss alle fünf Jahre erneuert werden.

Vor jedem Einsatz durchläuft das Team einen festgelegten Genehmigungsprozess: Flüge werden bei der Polizei, der Werkfeuerwehr, dem Servicebeirat des Industrieparks und beim Tower der US‑Airbase in Wiesbaden‑Erbenheim angemeldet. Überflüge über fremde Grundstücke sind ausgeschlossen. Die Drohnen werden ausschließlich von geschultem Personal und nach geltenden Regularien eingesetzt.

Ergänzende 3D‑Modelle und neue Messverfahren

Auf Grundlage der gewonnenen Luftbilder erstellt ISW Technik auf Wunsch digitale 3D‑Modelle, die eine virtuelle Begehung der Anlage erlauben. Diese Modelle unterstützen Kunden bei Entfernungs‑ und Flächenmessungen oder der Planung von Instandhaltungsmaßnahmen, auch aus dem Home‑Office heraus.

Unternehmen, die mit Gefahrstoffen arbeiten, nutzen diese 3D‑Modelle, um Produktionsbereiche zu erfassen, die aus Sicherheitsgründen schwer zugänglich sind. Ergänzend nutzt ISW Technik nun Ultraschall, um Wanddicken in Silos und großen Behältern zu messen. Diese Messungen erfolgen aus der Luft, ohne dass Gerüste aufgestellt oder Mitarbeitende gefährdet werden müssen.

Ausblick: Drohnentechnik als Standard für Industrieinspektion

Die Integration von Drohnentechnik in Instandhaltungs‑ und Dokumentationsprozesse zeigt, wie Digitalisierung und moderne Sensorik die Arbeitssicherheit erhöhen und Abläufe optimieren können. Durch die Kombination hochauflösender optischer und thermischer Sensorik sowie der Möglichkeit zur 3D‑Erstellung wird ein entscheidender Beitrag zur Effizienz moderner Industrieanlagen geleistet.

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