BASF und Evonik haben sich auf die Lieferung von BASF’s „Ammoniak BMBcert“ verständigt. Damit unterstreichen beide Chemieunternehmen ihr Bekenntnis, Produkte mit einem reduzierten Product Carbon Footprint (PCF) anzubieten. Das „Ammoniak BMBcert“ senkt seinen ökologischen Fußabdruck um mindestens 65 Prozent im Vergleich zum Standardprodukt. Sowohl BASF als auch Evonik erweitern ihr Produktportfolio und bringen unter Anwendung eines Biomassenbilanzansatzes ammoniakbasierte Produkte auf den Markt. „Evonik und BASF teilen die gleiche Vision: Wir sind davon überzeugt, dass die chemische Industrie fossile durch erneuerbare Rohstoffe und Energieträger ersetzen kann. Die Versorgung mit ,Ammoniak BMBcert‘ ist ein großer Meilenstein für beide Unternehmen“, sagt Dr. Jens Aßmann, Vice President Business Management Ammonia Value Chain and Operations Amino Resins bei BASF.
Evonik will Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2030 um ein Viertel senken
Evonik hat bereits eine erste Lieferung des von BASF hergestellten „Ammoniak BMBcert“ erhalten. Mit der Integration der BASF-Chemikalie in die ISCC Plus-zertifizierten Produktionsprozesse unterstreicht Evonik sein Engagement für nachhaltiges Wirtschaften. Dazu gehören auch ehrgeizige Ziele zur Emissionsreduktion. Bis 2030 will das Unternehmen seine Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 25 Prozent reduzieren. Die Scope-3-Emissionen sollen gegenüber 2021 um elf Prozent gesenkt werden. Alle Werte stehen im Einklang mit dem Pariser Abkommen und sind durch die Science Based Target Initiative validiert. Bis 2050 will der Chemiekonzern klimaneutral sein.
Nachhaltigere Chemikalien
Evonik plant, aus „Ammoniak BMBcert“ eine Reihe nachhaltiger Produkte herzustellen, darunter „Vestamin IPD eCO“ und „Vestamid eCO Polyamid 12“. „eCO“ steht für das Ziel von Evonik, CO2 durch einen Massenbilanzansatz und den Einsatz nachwachsender Rohstoffe in bestehenden Systemen und Produktionsprozessen zu eliminieren. Mit den „eCO“-Typen profitieren Kunden von nachhaltigeren Produkten ohne Leistungseinbußen. So können beispielsweise herkömmliche, bewährte Vestamin-Härter für Epoxidharzsysteme, die typischerweise in Industriefußböden, Schiffsanstrichen und Korrosionsschutzfarben eingesetzt werden, problemlos durch die „IPD eCO“-Typen ersetzt werden. Das gleiche gilt für „Vestamid ECO Polyamid 12“, ein spezielles Hochleistungspolyamid. Es wird typischerweise in Schuhsohlen, Sonnenbrillen, Gasrohren, sicherheitsrelevanten Automobilteilen und vielen anderen Anwendungen eingesetzt.
BASF und Evonik engagieren sich gemeinsam für mehr Umweltschutz
„Wir freuen uns über die Partnerschaft mit BASF, um Ammoniak mit einem reduzierten CO2-Fußabdruck zu beziehen. Diese Zusammenarbeit ist Ausdruck unseres Engagements für den Umweltschutz und unserer Innovationsfähigkeit in einem sich schnell verändernden Markt“, sagt Silvia Torrado, Global Procurement Director for Base Petrochemicals bei Evonik.
Nach ISCC Plus zertifizierte Produkte mit Massenbilanzierung
BASF verwendet einen Biomassebilanzansatz. Dabei ersetzt zertifiziertes Biomethan aus Bioabfallrohstoffen zu Beginn des Produktionsprozesses fossile Ressourcen, die dem Produkt zugeordnet werden. Das Massenbilanzprodukt ist nach ISCC Plus zertifiziert. Darüber hinaus verwendet BASF für die Herstellung von Ammoniak Strom aus erneuerbaren Quellen, was den PCF weiter reduziert.
Der Unternehmensbereich Monomere von BASF hat in seiner Nachhaltigkeits-Roadmap angekündigt, bis 2025 in jeder wichtigen Produktlinie mindestens eine kreislauffähige oder PCF-reduzierte Option zu entwickeln. Massenbilanzierte Produkte weisen die gleichen Eigenschaften wie die entsprechenden konventionellen Produkte auf. Sie haben jedoch einem zugeordneten Anteil an zirkulären Rohstoffen.