Der positive Trend beim Unfallgeschehen hat sich 2025 fortgesetzt. Bei rund 1,5 Millionen Versicherten an 38.000 Betriebsstätten registrierte die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) insgesamt 20.409 meldepflichtige Arbeitsunfälle. Ein Jahr zuvor waren es noch 22.196 Fälle. Damit verringerte sich die Zahl innerhalb eines Jahres um rund acht Prozent. Noch aussagekräftiger für die Entwicklung im Arbeitsschutz ist die Unfallquote. Sie sank von 16,96 auf 15,97 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitäquivalente und erreichte damit den niedrigsten Wert innerhalb der vergangenen zehn Jahre.
Arbeitsschutz senkt auch Unfallquote
Neben den Arbeitsunfällen im Betrieb entwickelten sich die Wegeunfälle rückläufig. Im Jahr 2025 wurden 4.867 Unfälle auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause erfasst. Im Vorjahr waren es 5.001 Fälle. Die BG RCI führt die Entwicklung unter anderem auf die kontinuierliche Präventionsarbeit in ihren Mitgliedsunternehmen zurück. „Die Entwicklung zeigt, dass konsequente Präventionsarbeit wirkt. Sie ist vor allem das Ergebnis des täglichen Engagements in unseren Mitgliedsunternehmen, von den Verantwortlichen im Arbeitsschutz bis zu jedem einzelnen Beschäftigten“, erklärt Markus Oberscheven, Hauptgeschäftsführer der BG RCI. Gleichzeitig verweist er darauf, dass schwere und tödliche Arbeitsunfälle weiterhin verhindert werden müssen.
135 Millionen Euro fließen in Prävention
Für die Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren stellte die Berufsgenossenschaft im vergangenen Jahr rund 135 Millionen Euro bereit. Ein Teil davon floss gezielt in die Qualifizierung von Beschäftigten und Verantwortlichen. Insgesamt 17 Millionen Euro wurden für Bildungsmaßnahmen eingesetzt. An den zielgruppen- und fachspezifischen Angeboten nahmen 27.746 Personen teil. Weiterbildung bildet damit neben technischen und organisatorischen Maßnahmen einen wesentlichen Bestandteil der Präventionsarbeit.
Rehabilitation ergänzt den Arbeitsschutz
Prävention ist nur eine Seite der gesetzlichen Unfallversicherung. Kommt es dennoch zu einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit, übernimmt die BG RCI Leistungen für medizinische Versorgung, Rehabilitation und Wiedereingliederung. Im Jahr 2025 entfielen rund 938 Millionen Euro und damit knapp 80 Prozent der Gesamtausgaben auf Leistungen für Versicherte und Hinterbliebene. Für die medizinische Rehabilitation wurden rund 250,5 Millionen Euro aufgewendet. Gegenüber 2024 entspricht dies einer Zunahme um etwa 5,4 Millionen Euro.
Renten bilden größten Anteil der Leistungsausgaben
Den größten Einzelposten innerhalb der Leistungen stellten mit rund 938 Millionen Euro Rentenzahlungen dar. Davon gingen zirka 667 Millionen Euro an Versicherte und Hinterbliebene. Die Zahlen verdeutlichen damit auch die langfristigen wirtschaftlichen und sozialen Folgen, die Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten nach sich ziehen können. Der Jahresbericht 2025 zeigt insgesamt eine rückläufige Entwicklung beim Unfallgeschehen. Gleichzeitig bleiben Prävention, Qualifizierung und Rehabilitation zentrale Aufgaben der BG RCI. Der erreichte Tiefstand bei der Unfallquote liefert einen Hinweis darauf, dass kontinuierlicher Arbeitsschutz in den Betrieben Wirkung entfalten kann.