Wacker und Amyris intensivieren ihre Zusammenarbeit im Bereich biobasierter Inhaltsstoffe. Ziel ist es, funktionelle Ausgangsstoffe für Personal-Care-Anwendungen systematisch zu entwickeln und neue Einsatzmöglichkeiten zu evaluieren. Die Kooperation wurde im Rahmen der Fachmesse „in-cosmetics" in Paris vorgestellt. Beide Unternehmen wollen das Potenzial biobasierter Substanzen für innovative Anwendungen gezielt erschließen.
Siliconchemie und Biotechnologie im Zusammenspiel
Wacker verfügt über umfassende Erfahrung in der Formulierung siliconbasierter Inhaltsstoffe sowie in der biotechnologischen Herstellung von Produkten wie Cyclodextrin und Cystein. Amyris ergänzt dies durch mehr als 20 Jahre Expertise in der biologischen Chemie. Das Unternehmen nutzt genetisch angepasste Mikroorganismen, um nachwachsende Rohstoffe in funktionelle Moleküle umzuwandeln. Dadurch lassen sich auch komplexe oder seltene Naturstoffe industriell verfügbar machen. Die Kombination dieser Kompetenzen bildet die Grundlage für neue Ansätze in der Entwicklung von Inhaltsstoffen.
Wacker reagiert auf wachsenden Markt für biobasierte Produkte
Die verstärkte Zusammenarbeit trägt der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Inhaltsstoffen im Personal-Care-Sektor Rechnung. Studien zeigen, dass biobasierte Kosmetikprodukte künftig stärker wachsen als konventionelle Lösungen. Mit der Produktreihe „BELNEXT“ hat Wacker bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen. Die Produkte basieren vollständig auf erneuerbaren Rohstoffen und erweitern das bestehende Portfolio.
Ian Moore, Leiter des Bereichs Consumer & Healthcare bei Wacker, erklärt: „Auf diese Weise können wir Herstellern und Formulierern von Personal Care-Produkten eine große Bandbreite von Inhaltsstoffen anbieten, angefangen von bewährten siliconbasierten Lösungen bis hin zu Produkten pflanzlichen Ursprungs, die ähnliche Eigenschaften bieten, aber komplett biobasiert sind.“
Integration biobasierter Moleküle in bestehende Prozesse
Ein zentraler Aspekt der Kooperation ist die Frage, wie sich biotechnologisch hergestellte Moleküle in bestehende Produktionsprozesse integrieren lassen. Wacker untersucht, inwieweit Rohstoffe von Amyris das bestehende Portfolio sinnvoll ergänzen können. Im Fokus stehen funktionelle Eigenschaften, die durch gezielte Weiterverarbeitung und Formulierung erschlossen werden. Gleichzeitig spielt die industrielle Skalierbarkeit eine entscheidende Rolle.
Wacker und Amyris beschleunigen Entwicklung neuer Inhaltsstoffe
Die verbesserte Verfügbarkeit biobasierter Moleküle eröffnet neue Möglichkeiten für die Produktentwicklung. Durch die Kombination von Biotechnologie und Formulierungskompetenz wollen beide Unternehmen Entwicklungsprozesse effizienter gestalten. Lisa Roessle, Marketing- und Vertriebsleiterin bei Amyris, betont: „Die Kombination dieser Stärken schafft Synergien und eine starke Basis für die Entwicklung innovativer, leistungsfähiger und ressourcenschonender Lösungen. Indem Wacker sein fundiertes Formulierungs- und anwendungstechnisches Knowhow und Amyris seine Biochemie-Kompetenz bündeln, entsteht eine einzigartige Partnerschaft, die in der Lage ist, Innovationen im Bereich der erneuerbaren Biochemie in hoch wirksame Kosmetikwirkstoffe skalierbar umzusetzen.“ Die Partnerschaft zielt darauf ab, biobasierte Inhaltsstoffe für die Kosmetikindustrie systematisch weiterzuentwickeln und deren Einsatz in unterschiedlichen Anwendungen zu ermöglichen.