Clariant erweitert seine Forschungs- und Entwicklungskapazitäten für Additive in China und hat zwei neue Labore in Huizhou und Shanghai eröffnet. Diese decken künftig die Entwicklung von der Synthese neuer Additive bis zum Pilotmaßstab ab. Im Mittelpunkt stehen Flammschutzmittel sowie Leistungsadditive für Kunststoffe, Beschichtungen und Klebstoffe. Damit verlagert das Spezialchemieunternehmen weitere Entwicklungsaufgaben näher an den chinesischen und asiatisch-pazifischen Markt. Mit den zusätzlichen Kapazitäten kann das Unternehmen neue Additive vor Ort synthetisieren und deren Entwicklung bis zum Pilotmaßstab begleiten.
Bislang konzentrierten sich die lokalen Kapazitäten stärker auf die Anwendungsentwicklung. Mit den neuen Laboren erweitert der Spezialchemiehersteller seine Möglichkeiten für eigenständige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in China. Ziel ist es, Entwicklungszeiten zu verkürzen und Produkte stärker an Anforderungen in China und im asiatisch-pazifischen Raum anzupassen.
Clariant entwickelt neue Flammschutzmittel in Huizhou
Das Forschungs- und Entwicklungslabor in Daya Bay ist am Produktionsstandort für Flammschutzmittel in Huizhou angesiedelt. Das dortige Werk wurde 2023 eröffnet und im November 2025 um eine zweite Produktionslinie erweitert. Insgesamt investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben 100 Millionen Schweizer Franken in den Standort.
Das neue Labor konzentriert sich auf die Entwicklung weiterer Flammschutzmittel. Zur Ausstattung gehören Reaktoren für Synthesen unter atmosphärischen Bedingungen und unter Hochdruck. Für die Analyse stehen unter anderem TGA, DSC, XRF, GC und Ionenchromatographie zur Verfügung. Die Infrastruktur soll außerdem Forschungskooperationen mit Universitäten und weiteren Partnern in China unterstützen.
Leistungsadditive im Fokus des Labors in Shanghai
Am One Clariant Campus in Shanghai wurde das zweite Labor in das bestehende Additives Technology Center integriert. Dort liegt der Schwerpunkt auf Leistungsadditiven wie Antioxidantien, Lichtstabilisatoren und Wachsen. Neben Synthese und Analytik verfügt die Einrichtung über eine Polykondensationsanlage im Pilotmaßstab. Damit können Entwicklungsschritte über den Labormaßstab hinaus vor Ort durchgeführt werden. Beide neuen Einrichtungen wurden mit zusätzlichen Fachkräften für Forschung und Entwicklung besetzt.
Clariant baut lokale Wertschöpfungskette in China aus
Die beiden Labore ergänzen bestehende Produktionskapazitäten und Kooperationen des Unternehmens in China. Im November 2025 kündigte Clariant beispielsweise ein Joint Venture mit Fuhua zur Entwicklung phosphorbasierter Flammschutzmittel an. Ebenfalls im November nahm das Gemeinschaftsunternehmen mit Beijing Tiangang eine zweite Produktionslinie am Standort Cangzhou in Betrieb. Dort wird das Additiv „Nylostab S-EED“ für Anwendungen in der Nylonindustrie hergestellt. Durch die Verbindung von Forschung, Entwicklung, Produktion und lokalen Partnerschaften sollen unter anderem Lieferwege und Reaktionszeiten beim technischen Support verkürzt werden.
Forschung soll Additive für regionale Anforderungen entwickeln
Die neuen Kapazitäten richten sich sowohl an den chinesischen Markt als auch an Anwendungen außerhalb Chinas. Ein Schwerpunkt liegt auf Spezialadditiven für Kunststoffe, Beschichtungen und Klebstoffe. Manuel Mueller, Leiter Strategie und Innovation im Geschäftsbereich Adsorbents & Additives, betont, dass nachhaltigkeitsorientierte Innovation im Mittelpunkt der Strategie von Clariant Additives stehe. Die Ausweitung der F&E-Labore nach China sei ein wichtiger Meilenstein bei der Umsetzung dieser Vision. Die neuen Einrichtungen sollen es dem Unternehmen ermöglichen, hochwertige Spezialadditive für Kunststoffe, Beschichtungen und Klebstoffe schneller und präziser zu entwickeln. Auf diese Weise will der Hersteller genau auf die Bedürfnisse seiner Kunden in China und auf den globalen Märkten eingehen.