Kooperation zur Dekarbonisierung von Pulverlacken
Pulverlacke mit reduziertem CO2-Fußabdruck: BASF, Arkema und Akzo Nobel intensivieren Zusammenarbeit
Montag, 15. September 2025
| Redaktion
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Durch die Zusammenarbeit mit Arkema und BASF entlang der Wertschöpfungskette hat Akzo Nobel den CO2-Fußabdruck seiner superlanglebigen Pulverlacke um bis zu 40 Prozent gesenkt
Die Aluminiumfassade von „The Shard“ in London wurde mit „Interpon D2525“ gestrichen. Diese wurde mit Breeam Excellent bewertet, einem weltweit anerkannten Standard zur Bewertung und Zertifizierung der Nachhaltigkeit von Gebäuden und Infrastruktur, Bild: BASF

In der Farben- und Lackindustrie gewinnt der CO2-Fußabdruck von Produkten zunehmend an Bedeutung. BASF, Arkema und Akzo Nobel arbeiten daher gemeinsam an einer Senkung der Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ziel ist es, die Nachhaltigkeit der Pulverlacke durch den Einsatz bio-attributierter Rohstoffe und spezifischer CO2-Daten weiter zu verbessern. Die Ergebnisse wurden in einer aktuellen Fallstudie dokumentiert.

Beitrag der Pulverlacke zur Emissionsreduktion

Durch die enge Zusammenarbeit der drei Unternehmen konnte der CO2-Fußabdruck der superlanglebigen Pulverlackreihe „Interpon D“ von Akzo Nobel um bis zu 40 Prozent gesenkt werden. Die verwendeten Harze basieren auf bio-attributierten Rohstoffen von BASF, die über einen CO2-Fußabdruck von Null verfügen. Arkema verarbeitet diese Rohstoffe zu Aushärtungsharzen für Anwendungen bei Standard- und Niedrigtemperaturen.

PCF-Daten als Grundlage für Pulverlacke mit niedrigen Emissionen

Die Bewertung des CO2-Fußabdrucks erfolgt inzwischen nicht mehr auf Basis branchentypischer Durchschnittswerte, sondern unter Berücksichtigung lieferantenspezifischer PCF-Daten. Diese bilden Faktoren wie Prozessoptimierung und den Einsatz erneuerbarer Energiequellen präziser ab und ermöglichen damit eine realitätsnähere Bilanzierung der Emissionen in der Pulverlackproduktion.

Bio-attributierte Rohstoffe und Prozessinnovation

Ein zentraler Baustein ist die Nutzung von Neopentylglykol in biomassenbilanzierter Form („NPG ZeroPCF“), das BASF mit erneuerbarem Strom herstellt. Die Rohstoffe liefern die Grundlage für Pulverlacke mit verbessertem Umweltprofil, die insbesondere für die Bauindustrie relevant sind. Interpon setzt die emissionsarmen Materialien bereits in Europa ein, vor allem bei „Low-E“-Architekturbeschichtungen.

Partnerschaftliche Entwicklung nachhaltiger Pulverlacke

Die beteiligten Unternehmen betonen die Relevanz der engen Kooperation für die Transformation der Branche. Neben technischen Innovationen stehen gemeinsame Nachhaltigkeitsziele im Fokus, unter anderem zur Unterstützung von „Green-Building“-Zertifizierungen und zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes in der Bauwirtschaft. 

„Diese Initiative spiegelt unser Engagement wider, durch Innovation und Zusammenarbeit nachhaltigere Lösungen anzubieten“, erklärt Vasilios Galanos, Senior Vice President Intermediates Europe bei BASF. „Durch die Lieferung von NPG in einer biomassenbilanzierten Version, die mit erneuerbarem Strom hergestellt wird (NPG ZeroPCF), unterstützen wir unsere Partner in der Wertschöpfungskette bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsziele und tragen gleichzeitig zur Verwirklichung unserer eigenen Vision bei.“ Jeff Jirak, Direktor des Geschäftsbereichs Powder Coatings bei AkzoNobel, fügt hinzu: „Diese Zusammenarbeit ist ein großer Schritt für die Farben- und Lackindustrie. Unsere Kunden benötigen Lösungen, die ihre Umweltziele und Green-Building-Zertifizierungen unterstützen. Indem wir über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zusammenarbeiten, unternehmen wir bedeutende Schritte zur Verringerung des CO2-Fußabdrucks und demonstrieren gleichzeitig unser unermüdliches Engagement für Nachhaltigkeit.“

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