Atex-Vakuumlösung für technische und medizinische Gase
Air Liquide Austria setzt auf Drehschieber-Vakuumpumpe für sichere Gasabfüllung in explosionsgefährdeten Bereichen
Montag, 09. März 2026
| Redaktion
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Ölgeschmierte Drehschieber-Vakuumpumpe von Busch in Wasserstoffausführung im Einsatz in einer Abfüllanlage der Spezialgase bei Air Liquide Austria
Ölgeschmierte Drehschieber-Vakuumpumpe in Wasserstoffausführung im Einsatz in einer Abfüllanlage der Spezialgase bei Air Liquide Austria, Bild: Busch Group

Industriebetriebe, die mit technischen oder medizinischen Gasen arbeiten, müssen zunehmend strengere Explosionsschutzvorgaben erfüllen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die eingesetzte Vakuumtechnik. Beim österreichischen Gashersteller Air Liquide Austria kommt dafür eine speziell konfigurierte Drehschieber-Vakuumpumpe von Busch Vacuum Solutions zum Einsatz. Die Lösung ist für den Betrieb in explosionsgefährdeten Bereichen ausgelegt und erfüllt die aktuellen Anforderungen der österreichischen Vexat-Verordnung.

Drehschieber-Vakuumpumpe für Anwendungen mit Wasserstoff 

Die ölgeschmierte „R5 Atex“ Drehschieber-Vakuumpumpe von Busch wurde für Anwendungen mit Wasserstoff entwickelt und unterstützt sichere Evakuierungsprozesse in der Gasabfüllung. Durch ihr konstruktives Sicherheitskonzept lassen sich potenzielle Risiken durch explosionsfähige Atmosphären deutlich reduzieren.

Gasversorgung für Industrie und Medizin

Air Liquide Austria mit Sitz in Schwechat bei Wien gehört zur international tätigen Air-Liquide-Gruppe. Das Unternehmen produziert und vertreibt technische Gase sowie medizinische Gasprodukte und beliefert zahlreiche Branchen, darunter Chemie, Automobilindustrie, Elektronik sowie das Gesundheitswesen.

Am Standort Schwechat entstehen neben Standardgasen auch kundenspezifische Gasmischungen. Ergänzend umfasst das Portfolio Schweißzubehör sowie Trockeneis. Ein Teil des abgefüllten Kohlendioxids stammt aus Gärprozessen und wird daher als nachhaltiges CO2 genutzt. Neben Nachhaltigkeit steht insbesondere die Betriebssicherheit im Fokus. Deshalb investiert das Unternehmen kontinuierlich in moderne Anlagen- und Vakuumtechnik.

Neue Explosionsschutzanforderungen durch Vexat

Mit der österreichischen Vexat-Verordnung wurden die europäischen Explosionsschutzrichtlinien in nationales Recht überführt. Für Anlagenbetreiber bedeutet dies, dass technische Systeme in explosionsgefährdeten Bereichen regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden müssen.

Auch bei Air Liquide Austria erforderte diese Entwicklung eine Modernisierung der Vakuumtechnik in der Gasabfüllung. Aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit fiel die Entscheidung erneut auf Busch als Technologiepartner. Installiert wurde eine „R5 Atex“ Drehschieber-Vakuumpumpe in Wasserstoffausführung, die speziell für diese Anwendung entwickelt wurde. Die Anlage ging im März 2024 in Betrieb und gehört zu den ersten installierten Systemen dieses Typs nach der Markteinführung.

Drehschieber-Vakuumpumpe unterstützt sichere Evakuierungsprozesse

In der Gasabfüllanlage übernimmt die Drehschieber-Vakuumpumpe eine zentrale Aufgabe. Vor der Befüllung wird das Leitungssystem zunächst evakuiert, um mögliche Leckagen zu erkennen und sicherzustellen, dass der erforderliche Enddruck erreicht werden kann. Anschließend werden die Gasflaschen geöffnet und ebenfalls evakuiert. Danach folgen mehrere Spülzyklen: Das Zielgas wird kurzzeitig eingeleitet und anschließend wieder abgesaugt, um vorhandene Restgase zuverlässig zu entfernen.

Der Evakuierungsprozess erfolgt bei einem Druckniveau von rund 50 hPa (mbar). Während eines typischen Füllvorgangs wird die Pumpe drei- bis fünfmal aktiviert. Die Drehschieber-Vakuumpumpe ist fest in die Abfüllanlage integriert und auf einer Bandkonsole montiert, wodurch Wartungsarbeiten problemlos durchgeführt werden können. Die zuvor eingesetzte Vakuumpumpe bleibt nach einer Generalüberholung als redundantes Backup-System verfügbar.

Wartungsfreundliche Drehschieber-Vakuumpumpe für den Dauerbetrieb

Neben der explosionsgeschützten Ausführung überzeugt die Drehschieber-Vakuumpumpe im täglichen Betrieb durch eine einfache Wartung. Die regelmäßigen Kontrollen erfolgen größtenteils durch das interne Technikteam des Unternehmens. Dazu zählen unter anderem Sichtprüfungen, Filterkontrollen sowie ein jährlicher Ölwechsel. Für umfangreichere Wartungsarbeiten oder Generalüberholungen werden die Pumpen an den Hersteller übergeben.

Die Zusammenarbeit zwischen Air Liquide Austria und Busch besteht bereits seit vielen Jahren. Neben der technischen Zuverlässigkeit spielt auch die schnelle Unterstützung bei Servicefragen eine wichtige Rolle. Werksleiter Marc Geiss betont die Bedeutung dieser Partnerschaft: „Die lange Partnerschaft mit Busch ist sehr gut. Das Unternehmen konnte uns Lösungen anbieten, die kein anderer Vakuumlieferant bietet.“ Ingenieur Erwin Weinzinger, Techniker bei Air Liquide Austria, fügt abschließend hinzu: „Ich persönlich habe mit Busch bereits 29 Jahre zu tun und bin sehr zufrieden.“

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