Mit dem Spatenstich hat Schütz den Bau seiner neuen IBC-Produktion in Ludwigshafen begonnen. Der Produktions- und Logistikstandort entsteht auf einer Fläche von rund 20.000 Quadratmetern in direkter Nachbarschaft zum BASF-Stammwerk. Neben BASF sollen von dort künftig auch weitere Industriekunden in der Rhein-Neckar-Region mit Industrieverpackungen versorgt werden. Das Werk umfasst Fertigungsbereiche für Intermediate Bulk Container, ein angeschlossenes Packmittellager sowie Büro- und Sozialräume. In einer ersten Ausbaustufe sollen 60 neue Arbeitsplätze entstehen, später ist eine Erweiterung auf bis zu 100 Beschäftigte vorgesehen. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 2027 geplant.
IBC-Produktion stärkt standortnahe Versorgung
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die enge Verzahnung von Produktion und Logistik. Das neue Werk ist darauf ausgerichtet, die Produktionsbetriebe von BASF in Ludwigshafen direkt mit Industrieverpackungen zu beliefern. Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen reicht bis in die 1960er-Jahre zurück. Eine IT-Infrastruktur soll die Abläufe von der Auftragsabwicklung und Produktionsplanung bis zur Versorgung der verschiedenen Abladestellen auf dem BASF-Gelände digital und automatisiert steuern.
Verbundprinzip: Enge Verbindung von Produktion, Infrastruktur und Logistik am Standort
Die direkte Lieferverbindung zwischen dem neuen Schütz-Werk und dem benachbarten Stammwerk soll Transportwege reduzieren und die Reaktionsfähigkeit innerhalb der Lieferprozesse erhöhen. Helmut Winterling, President Europäische Verbundstandorte bei BASF, verweist auf die enge Verbindung von Produktion, Infrastruktur und Logistik am Standort. Mit der neuen Anlage werde dieses Verbundprinzip weiterentwickelt. Die miteinander verzahnten Logistikprozesse sollen zugleich die Reaktionsfähigkeit der Wertschöpfungsketten erhöhen und eine langfristig effiziente Versorgung der Produktionsbetriebe ermöglichen.
Kurze Wege sparen 1,5 Millionen Lkw-Kilometer
Die Standortwahl wirkt sich insbesondere auf den Straßentransport aus. Durch die Produktion der IBC in unmittelbarer Nähe zum Abnehmer sollen jährlich rund 1,5 Millionen Lkw-Kilometer entfallen. Damit reduziert sich sowohl der logistische Aufwand als auch der mit den Transporten verbundene CO2-Ausstoß. Auch Ludwigshafens Oberbürgermeister Klaus Blettner sieht in der Verbindung von Produktion und Logistik einen Vorteil für den Industriestandort. „Der heutige Spatenstich ist ein starkes Signal für den Industriestandort Ludwigshafen. Die Investition von Schütz zeigt, dass unser Standort Zukunft hat und Unternehmen hier langfristige Perspektiven sehen. Wenn Produktion, Logistik und industrielle Wertschöpfung durch kurze Wege und enge Partnerschaften miteinander verbunden werden, stärkt das die Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunft unserer Industrie“, sagt Blettner.
IBC-Produktion wird an Kreislaufsystem angebunden
Neben kurzen Transportwegen berücksichtigt die Planung auch den Energie- und Ressourceneinsatz innerhalb des neuen Werks. Die Produktionsarchitektur soll von der Anlagentechnik über die einzelnen Fertigungsschritte bis zur Logistik auf einen reduzierten Energieverbrauch ausgerichtet werden. Zum Einsatz kommen unter anderem Schweißanlagen sowie Maschinen und Anlagen, die Schütz in seinem Kompetenzzentrum in Selters selbst entwickelt und fertigt. Ergänzend ist eine Photovoltaikanlage vorgesehen. Sie soll einen Teil des für die IBC-Produktion benötigten Stroms am Standort erzeugen. Darüber hinaus wird das Werk an das bestehende Kreislaufsystem des Verpackungsherstellers angebunden. Dieses umfasst die Wiederverwendung, Aufbereitung und das Recycling gebrauchter Verpackungen.
Roland Straßburger, CEO der Schütz-Gruppe, bezeichnet das Vorhaben als gemeinsame Investition mit Vorteilen für Kunden, Umwelt und das eigene Unternehmen. Der neue Standort stehe für eine effizientere Logistik und die Einbindung der Verpackungsproduktion in die Kreislaufwirtschaft. Mit dem Produktionsstart im Sommer 2027 sollen damit Fertigung, Lagerung und Versorgung räumlich enger zusammenrücken. Für BASF entstehen kürzere Lieferwege zu den Produktionsbetrieben, während Schütz zusätzliche Kapazitäten für die Versorgung von Industriekunden in der Region aufbaut.