Mit dem Ausbau seines Process Test Centers erweitert Gea die Kapazitäten für mechanische Trenntechnik am Standort Oelde. Der zusätzliche Testraum soll Kundenversuche und interne Entwicklungsprojekte ermöglichen sowie Platz für größere Maschinen und moderne Skidlösungen bieten. Nach Abschluss der Arbeiten stehen insgesamt 3.500 Quadratmeter für Versuche zur Verfügung. Verarbeitet werden können Rohstoff- beziehungsweise Medienmengen von bis zu 5.000 Litern pro Stunde. Die Fertigstellung ist bis Ende 2026 vorgesehen. Das Testzentrum dient der Entwicklung und Auslegung zentrifugaler Trennprozesse. Unternehmen können dort unter praxisnahen Bedingungen untersuchen, welche Dekanter oder Separatoren sich für eine Anwendung eignen und mit welchen Prozessparametern sich die angestrebten Ergebnisse erreichen lassen. Gea betreibt die Einrichtung nach eigenen Angaben seit rund 70 Jahren.
Mechanische Trenntechnik für unterschiedliche Chemieprozesse testen
Ein Schwerpunkt des Testzentrums liegt auf Anwendungen aus der Chemie- und Pharmaindustrie. Darüber hinaus untersucht Gea dort Prozesse mit nachwachsenden Rohstoffen sowie Anwendungen aus der Getränke- und Milchverarbeitung. Insgesamt wurden im Laufe der vergangenen Jahrzehnte mehr als 60.000 Versuchsberichte aus unterschiedlichen Anwendungsgebieten erstellt und archiviert. Diese Daten können bei der Auslegung weiterer Trennprozesse herangezogen werden. Aktuell werden in Oelde jährlich rund 800 Produktmuster getestet und weiterentwickelt. Mit dem zusätzlichen Testraum reagiert das Unternehmen auf die gestiegene Nachfrage nach entsprechenden Versuchen.
Versuche bilden industrielle Prozessbedingungen ab
Vor einer Investitionsentscheidung lassen sich im Process Test Center verschiedene technische Fragestellungen untersuchen. Dazu gehören die Auswahl der geeigneten Maschine und der Prozessparameter ebenso wie das Verhalten eines Verfahrens bei wechselnden Rohstoffqualitäten. Auch die unter kontinuierlichen Bedingungen erreichbare Produktqualität kann im Testmaßstab analysiert werden. Die gewonnenen Ergebnisse dienen anschließend als Grundlage für die Übertragung auf industrielle Prozesse. Gleichzeitig erhält das interne Forschungs- und Entwicklungsteam durch den Ausbau zusätzliche Kapazitäten für eigene Versuchsreihen.
Mehr als 120 Maschinen für mechanische Trenntechnik verfügbar
Für die Versuche stehen mehr als 120 Maschinen zur Verfügung. Das Spektrum reicht von kleineren Laboranlagen bis zu industrienahen Skids und umfasst unterschiedliche Dekanter und Separatoren. Der dritte Testraum soll insbesondere Versuche mit größeren Maschinen und komplexeren Anlagenkonfigurationen erleichtern. Zur bestehenden Infrastruktur gehört außerdem ein Atex-zertifizierter Versuchsraum. Damit können auch Anwendungen untersucht werden, bei denen explosionsfähige Atmosphären berücksichtigt werden müssen. Diese Möglichkeit ist unter anderem für Prozesse in der Chemie sowie in der Öl- und Gasindustrie relevant.
Ressourcenschonende Infrastruktur ergänzt Testzentrum für mechanische Trenntechnik
Bei der Erweiterung berücksichtigt Gea auch die technische Versorgung des neuen Bereichs. Geplant sind ein eigenes System zur Abwasseraufbereitung und eine Wärmepumpe des Unternehmens. Beide Technologien sollen in die Infrastruktur des Testzentrums integriert werden. Mit dem Ausbau verbindet Gea damit zusätzliche Versuchskapazitäten mit einer Modernisierung des Standorts. Für die Chemieindustrie entsteht mehr Raum, um mechanische Trenntechnik vor der Übertragung auf den Produktionsmaßstab unter praxisnahen Bedingungen zu untersuchen.