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Langjähriger Asien-Chef rückt als stellvertretender Vorsitzender in den Vorstand auf
Evonik überträgt Claus Rettig vorübergehend die Konzernführung
Freitag, 28. August 2026
| Redaktion
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Dr. Klaus Rettig, Interim-CEO von Evonik
Dr. Klaus Rettig, Interim-CEO von Evonik, Bild: Evonik

Bei Evonik kommt es vorübergehend zu einer Veränderung an der Konzernspitze. Der Aufsichtsrat hat Claus Rettig mit Wirkung zum 1. September 2026 in den Vorstand berufen und zum stellvertretenden Vorsitzenden ernannt. Er übernimmt bis auf Weiteres die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden Christian Kullmann. Grund dafür ist dessen gesundheitlich bedingte Auszeit nach einer schweren, ungeplanten Operation. Kullmann hat den Eingriff nach Angaben des Unternehmens gut überstanden und befindet sich auf dem Weg der Besserung. In den kommenden Wochen soll er sich auf seine Rehabilitation konzentrieren. Der Aufsichtsrat geht davon aus, dass er anschließend seine Aufgaben wieder übernimmt. Die Berufung Rettigs ist damit als Übergangslösung angelegt.

Evonik setzt bei der Übergangslösung auf Erfahrung

Mit Rettig übernimmt ein Manager Führungsverantwortung, der seit mehr als 30 Jahren für das Unternehmen und seine Vorgängergesellschaften tätig ist. Der 66-Jährige leitet derzeit als Generalbevollmächtigter von Singapur aus die Geschäfte in der Region Asien-Pazifik. Diese Verantwortung behält er auch während seiner Tätigkeit im Vorstand. Aufsichtsratschef Bernd Tönjes begründet die Entscheidung insbesondere mit dem Ziel, in der derzeit schwierigen Situation der Chemieindustrie Kontinuität zu schaffen. Auch die Arbeitnehmervertreter unterstützen die Berufung. Alexander Bercht, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats und Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE, verweist auf Rettigs Erfahrung aus unterschiedlichen Führungsfunktionen.

Rettig kennt Führungsaufgaben im Evonik-Vorstand

Die Arbeit auf Vorstandsebene ist für Rettig nicht neu. Bereits im vergangenen Sommer übernahm er vorübergehend die Leitung des Finanzressorts. Diese Aufgabe übte er aus, bis Michael Rauch im Mai 2026 in den Vorstand eintrat. Seine erneute Berufung erfolgt in einer Phase des Konzernumbaus. Rettig bezeichnet die laufende Entwicklung als die größte Transformation in der Geschichte des Unternehmens. Gemeinsam mit den weiteren Vorstandsmitgliedern will er den bereits eingeschlagenen Kurs fortsetzen. Damit steht während Kullmanns Abwesenheit nicht die strategische Neuausrichtung, sondern die Fortführung der bestehenden Maßnahmen im Mittelpunkt.

Mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Chemieindustrie

Rettigs beruflicher Werdegang ist eng mit der chemischen Industrie verbunden. Nach seinem Chemiestudium war er zunächst bei Unternehmen tätig, die später Teil von Evonik wurden. 2003 rückte er in den Vorstand von Goldschmidt auf. Ab 2015 leitete er bei Evonik das Segment Resource Efficiency, seit 2020 gehörte er dem erweiterten Vorstand an. Im Jahr 2022 ernannte ihn der Konzern zum Generalbevollmächtigten und übertrug ihm die Verantwortung für die gesamte Region Asien-Pazifik. Mit seiner Berufung in den Vorstand übernimmt Rettig nun erneut eine konzernweite Führungsaufgabe, während er gleichzeitig für das Asien-Geschäft verantwortlich bleibt.

Evonik plant Rückkehr von Christian Kullmann

Die personelle Regelung ist ausdrücklich auf die Genesungszeit des Vorstandsvorsitzenden ausgerichtet. Der Aufsichtsrat rechnet damit, dass Kullmann seine bisherigen Aufgaben nach Abschluss seiner Rehabilitation wieder aufnimmt. Rettig soll bis dahin gemeinsam mit den übrigen Vorstandsmitgliedern die laufende Transformation des Chemiekonzerns weiterführen.

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