Nachhaltigkeit: Werk wird vollständig mit erneuerbarem Strom versorgt
BASF weiht Verbundstandort in Zhanjiang als Flaggschiff für Chemieproduktion ein
Montag, 30. März 2026
| Redaktion
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Luftaufnahme des BASF-Produktionsstandorts Zhanjiang
Luftaufnahme des BASF-Produktionsstandorts Zhanjiang, Bild: BASF

BASF hat seinen neuen Verbundstandort im chinesischen Zhanjiang offiziell in Betrieb genommen und baut damit seine Präsenz im weltweit größten Chemiemarkt weiter aus. Der Standort steht für integrierte Produktionsstrukturen, eine breite Produktpalette sowie den Einsatz erneuerbarer Energien. Gleichzeitig unterstreicht die Investition die strategische Ausrichtung auf lokale Wertschöpfung und langfristiges Wachstum in der Region.

Ausbau der Marktposition von BASF in China

Mit dem neuen Standort erweitert BASF seine Produktionskapazitäten in China und richtet sein Portfolio gezielt auf zentrale Industrien aus. Produziert werden Basischemikalien, Zwischenprodukte und Spezialchemikalien für Anwendungen in Transport, Konsumgütern, Elektronik sowie Haushalts- und Pflegeprodukten. Ein Großteil der Produkte ist für den lokalen Markt bestimmt und folgt damit der „local-for-local“-Strategie. BASF beschäftigt am Standort mehr als 2.000 Mitarbeitende und stärkt damit seine industrielle Präsenz in einer der wirtschaftlich dynamischsten Regionen Chinas. „Zhanjiang zeigt, wie die Zukunft der Chemie aussieht: effizient, digital und von Anfang an bewusst nachhaltig. Der Standort zeigt eine smarte integrierte Verbundstruktur im industriellen Maßstab“, so Dr. Markus Kamieth, Vorstandsvorsitzender von BASF.

Integrierte Produktion und nachhaltige Prozesse

Der Verbundstandort basiert auf einer integrierten Produktionsstruktur, die verschiedene Wertschöpfungsschritte miteinander verknüpft. Durch diese Verbundintegration sowie Prozessinnovationen können Emissionen deutlich reduziert werden. Nach Unternehmensangaben lassen sich die CO2-Emissionen im Vergleich zu konventionellen petrochemischen Anlagen um bis zu 50 Prozent senken. Grundlage dafür sind unter anderem langfristige Grünstromverträge sowie Investitionen in Offshore-Windenergie, die eine Stromversorgung vollständig aus erneuerbaren Quellen ermöglichen. „Ich bin stolz auf die Innovationskraft von BASF, die die Grundlage für den Start des nachhaltigsten integrierten Chemiestandorts in China bildet“, so Dr. Stephan Kothrade, Vorstandsmitglied und Chief Technology Officer der BASF, und ergänzt: „Er setzt neue Maßstäbe für nachhaltige Chemieproduktion in China und weltweit.“

Zentrale Anlagen am Standort von BASF in Betrieb

Am Standort wurden bereits zahlreiche Produktionsanlagen hochgefahren. Insgesamt betreibt BASF dort mehrere Produktionslinien und stellt eine breite Palette chemischer Produkte her. Die Integration der Anlagen ermöglicht effiziente Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ein zentrales Element ist der Steamcracker mit einer Kapazität von einer Million Tonnen Ethylen pro Jahr. Dieser ist so ausgelegt, dass verschiedene Rohstoffe verarbeitet werden können. Gleichzeitig kommen elektrische Antriebe zum Einsatz, die vollständig mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Der Steamcracker bildet den Ausgangspunkt für mehrere Wertschöpfungsketten und trägt zur Produktion CO2-armer Produkte bei.

Investition als Signal für langfristiges Wachstum

Die Investition in den Standort beläuft sich auf rund 8,7 Milliarden Euro. Das Projekt wurde termingerecht und unter dem ursprünglich geplanten Budget abgeschlossen. Damit setzt BASF ein Signal für seine langfristige Ausrichtung im asiatischen Markt. „Diesen Standort zum Laufen zu bringen, erforderte die Entschlossenheit, das Tempo und das außergewöhnliche Engagement unseres BASF‑Teams. Ein Projekt dieser Größenordnung termingerecht und unter Budget abzuschließen, ist bemerkenswert. Und ich möchte allen danken, die sowohl vor Ort als auch weltweit daran beteiligt waren und das ermöglicht haben“, erklärt Kamieth. „Diese Investition zeigt langfristiges Vertrauen in den weltweit größten Chemiemarkt und ist ein wichtiger Baustein unserer ‚Winning Ways‘-Strategie“, fügt er hinzu.

Entwicklung des BASF-Verbundstandorts in Zhanjiang

Der Standort in Zhanjiang ist der siebte Verbundstandort weltweit und zählt zu den größten Anlagen des Unternehmens. Mit der Kombination aus Integration, Skalierung und lokalem Fokus stärkt BASF seine Position als Anbieter für unterschiedliche Industrien. Das Projekt in Zhanjiang wurde bereits 2018 angekündigt, im darauffolgenden Jahr begann der Bau. Erste Produktionskapazitäten gingen ab 2022 schrittweise in Betrieb, darunter eine Anlage für technische Kunststoffe sowie später eine Produktionslinie für thermoplastische Polyurethane. Zum Jahreswechsel 2025/2026 startete BASF die ersten integrierten Wertschöpfungsketten im Verbund und nahm den Steamcracker in Betrieb. Der Standort ist heute der siebte Verbundstandort weltweit und zählt nach Ludwigshafen und Antwerpen zu den größten Anlagen des Unternehmens. Er wird vollständig unter Verantwortung von BASF betrieben.

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