Im Zuge seiner Neuausrichtung veräußert BASF die Mehrheit an seinem Geschäftsbereich Coatings an die Investmentgesellschaft Carlyle und die Qatar Investment Authority (QIA). Dieser besteht aus Fahrzeugserienlacken, Autoreparaturlacken und Oberflächentechnik. Der Transaktion liegt ein Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro zugrunde. Für die zur Disposition stehenden 60 Prozent des Lackgeschäfts ergibt sich ein Zahlungsmittelzufluss vor Steuern von rund 5,8 Milliarden Euro. Gleichzeitig bleibt der Chemiekonzern mit 40 Prozent am Coatings-Geschäft beteiligt.
Fokus auf eigenständige BASF-Geschäftseinheiten
Die Transaktion ist Teil der „Winning Ways“-Strategie, mit der das Unternehmen eigenständige Geschäftsbereiche gezielt weiterentwickeln und ihren Marktwert besser sichtbar machen will. Zusammen mit der zuvor erfolgten Veräußerung des Bautenanstrichmittelgeschäfts beträgt der Gesamtwert des Bereichs Coatings nun rund 8,7 Milliarden Euro. Der Abschluss der aktuellen Transaktion wird für das zweite Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
BASF Coatings bleibt global aufgestellt
Der Geschäftsbereich erzielte 2024 einen Umsatz von rund 3,8 Milliarden Euro. Er entwickelt, produziert und vermarktet Beschichtungssysteme für Metall-, Kunststoff- und Glassubstrate, vor allem für die Automobil- und Zulieferindustrie. Mit Standorten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien-Pazifik ist der Bereich global vertreten. Dr. Markus Kamieth, Vorsitzender des Vorstands von BASF, betont: „Wir freuen uns auf die Partnerschaft mit Carlyle, dessen Branchenexpertise, Carve-out-Kompetenzen und kooperative Herangehensweise BASF Coatings für langfristigen Erfolg positionieren werden. Indem wir eine Eigenkapitalbeteiligung halten werden, zeigen wir unser Vertrauen in die zukünftige Wertschaffung und das Potenzial des Coatings-Geschäfts. Die Leidenschaft, Expertise und Kundenorientierung unseres Coatings-Teams machen dieses Geschäft außergewöhnlich.“
Carlyle übernimmt Mehrheit und bringt Branchenerfahrung ein
Carlyle wird die Mehrheit an BASF Coatings halten und die Weiterentwicklung des Geschäfts durch Investitionen in Technologie, Kundennähe und Organisationsstrukturen unterstützen. Gemeinsam mit QIA sollen kommerzielle Kapazitäten ausgebaut, Innovationsprozesse gestärkt und die globale Wettbewerbsfähigkeit erhöht werden.
Der Investor verweist auf erfolgreiche Carve-out-Erfahrungen aus früheren Beteiligungen, unter anderem bei Axalta, Atotech und Nouryon. „BASF Coatings ist außergewöhnlich aufgrund führender Technologien, einem erstklassigen Managementteam, starken Kundenbeziehungen und einer globalen Präsenz“, so Martin Sumner und Tanaka Maswoswe von Carlyle.
BASF bleibt beteiligt und sichert Geschäftskontinuität
Das Chemieunternehmen behält eine Minderheitsbeteiligung von 40 Prozent am Coatings-Geschäfts. Damit bleibt das Unternehmen weiterhin eng eingebunden und unterstützt die zukünftige Entwicklung der Sparte aktiv mit. Zugleich wird die Geschäftskontinuität für Kunden weltweit während des gesamten Prozesses sichergestellt. „Die heute angekündigte Transaktion öffnet ein neues Kapitel voller Chancen für BASF Coatings. Sie baut auf dem heutigen Erfolg auf und lässt eine noch stärkere Zukunft gestalten“, erklärt Anup Kothari, BASF-Vorstandsmitglied mit Zuständigkeit für den Bereich Coatings.