Offen für neue Technologien die aktuellen Herausforderungen angehen
Chemieverbände Rheinland-Pfalz bestätigen Sabine Nikolaus als Vorsitzende
Donnerstag, 22. Juni 2023
| Redaktion
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Dr. Sabine Nikolaus, wiedergewählte Vorsitzende der Chemieverbände Rheinland-Pfalz
Wiedergewählte Vorsitzende Dr. Sabine Nikolaus, Bild: Chemieverbände Rheinland-Pfalz

Die Mitgliedsunternehmen der Chemieverbände Rheinland-Pfalz haben am 20. Juni 2023 die Vorstände neu gewählt. Dabei wurde Dr. Sabine Nikolaus erneut an die Spitze der Organisation gewählt. Sie ist zudem die Vorsitzende der Geschäftsführung bei Boehringer Ingelheim Deutschland. Die studierte Pharmazeutin hat in Pharmazeutischer Chemie promoviert. Im Ingelheimer Pharma-Unternehmen ist Sabine Nikolaus bereits seit 1995 tätig, wo sie als Produktmanagerin ihre berufliche Laufbahn startete.

Vorstand der Chemieverbände Rheinland-Pfalz

Die weiteren Vorstandsmitglieder des Vorstands der Chemieverbände Rheinland-Pfalz sind:

  • • Cyrille Beau (Michelin Reifenwerke, Bad Kreuznach)
  • • Dr. Christian Maurer (Abbvie, Ludwigshafen)
  • • Hendrik Müller (Huhtamaki Foodservices, Alf)
  • • Dr. Thomas Reineke (BASF, Ludwigshafen)
  • • Sebastian Schäfer (Grace, Worms)
  • • Evelyn Thome (Röchling, Worms)
  • • Hans-Jörg von Rhade (Südwest-Lacke, Böhl-Iggelheim)
  • • Dr. Robert Weber (Röhm, Worms)

Zukunftsfrage für Standort Deutschland positiv beantworten

„Widerstandsfähig, wandelbar und zukunftsorientiert, das sind die Qualitäten der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Wir sind die Lösungsindustrie, wie etwa beim Umweltschutz und der Nachhaltigkeit. Wir sind der Motor für Wohlstand und die Transformation in diesem Land", betonte die wiedergewählte Vorsitzende und ergänzt: „Um den Industriestandort Deutschland zu erhalten, müssen wir dringend die politischen Rahmenbedingungen anpassen. Wir sollten offen für neue Technologien die Herausforderungen unserer Zeit angehen. Denn nur so können wir die Zukunftsfrage für den Standort positiv beantworten."

Pharma- und Chemieindustrie: „Das Zeitfenster zum Handeln wird kleiner“

Um die Zukunftsfähigkeit der Pharma- und Chemieindustrie in Deutschland drehte sich Mitte Mai auch das Treffen von Vertretern der Chemieverbände Rheinland-Pfalz mit dem Bundestagsabgeordneten Martin Diedenhofen von der SPD bei TMD Friction in Hamm. Im Fokus der Gespräche standen der Strukturwandel der Branche und darum, wie die deutschen Industriestandorte erhalten werden können. Denn der interne Wettbewerb ist groß und die mögliche Verlagerung der Produktion an andere „Low Cost“-Standorte ist gegenwärtig. Ein Grund sind die hohen Kosten, insbesondere bei der Energie. „Die Gaspreisentwicklung letzten Jahres hat den Standort bedroht. Und auch die Strompreise sind weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2017-2022“, erklärt Frank Gümpel. Der Geschäftsführer von TMD Friction beklagt sich nicht nur, er zeigt auch, wo am Standort investiert wird. Dazu gehören Kapazitätserweiterungen in eine neue Presse, Robotik und Nachhaltigkeitsprojekte in Energie- und Materialeffizienz. An jeder kleinen Schraube wird gedreht. Der Bundestagsabgeordnete Diedenhofen dazu: „Mir ist der enge Draht zur Wirtschaft sehr wichtig. Deswegen besuche ich regelmäßig Unternehmen. Hier vor Ort und in der Region wird hochprofessionell gearbeitet.”

Einigkeit gibt es beim Plan eines befristeten Industriestrompreises. Dieser ist wichtig für den Standort, der beispielhaft für viele Unternehmen im Land steht. Neben den Energiepreisen kämpfen diese die zumeist Mittelständler besonders mit den Regulierungswellen. „Die Gefahr besteht, dass wir uns mit den Vorgaben aus der Brüssel und Berlin den Standort kaputt machen. Wir brauchen ein Bekenntnis für die Industrie und für Beschäftigung“ so Vogler und ergänzt: „Die Unternehmen sind global tätig. Die Gesetzgebung trifft nur die europäischen Standorte. Im Zweifel werden die Produkte in Asien produziert, dann aber unter anderen Bedingungen“. Deswegen seien Maßnahmen wie der Industriestrompreis auch von großer Bedeutung. Geschäftsführer Gümpel abschließend: „Für die deutsche Chemie-Industrie gibt es viele Chancen. Der Markt ist da, die Qualität passt. Aber das politische Umfeld muss passen, damit die deutschen Standorte eine Perspektive haben.“

Über die Chemieverbände Rheinland-Pfalz

Die Chemieverbände Rheinland-Pfalz sind eine Gemeinschaft des Arbeitgeberverbandes Chemie Rheinland-Pfalz und des Verbandes der Chemischen Industrie mit dem Landesverband Rheinland-Pfalz. Sie vertreten die wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen ihrer rund 200 Mitgliedsunternehmen. Mitglieder sind Unternehmen der chemischen und pharmazeutischen Industrie oder chemienaher Ausrichtung mit Sitz in Rheinland-Pfalz. Die Vorstände der beiden Verbände werden weitestgehend Personengleich gewählt. Einzig Evelyn Thome und Hendrik Müller gehören nur dem AGV-Vorstand an.
 

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