Präzise Radar- und Vibrationssensorik für herausfordernde Prozesse in der Dämmstoffproduktion mit Kieselsäure
Sensible Sensorik für pneumatische Förderung von Kieselsäure
Donnerstag, 19. Februar 2026
| Redaktion
Teilen auf:
Sensorik: Der Radarsensor sorgt mit Spülluftanschluss und präziser Ausrichtung dauerhaft für stabile Messwerte in Pulveranwendungen
Der Radarsensor sorgt mit Spülluftanschluss und präziser Ausrichtung dauerhaft für stabile Messwerte in Pulveranwendungen, Bild: UWT

Ultrafeines Siliciumdioxid stellt höchste Anforderungen an die Sensorik in pneumatischen Förder- und Lagerprozessen. In der Dämmstoffproduktion sorgt die Kombination aus präziser Radar- und Vibrationssensorik für eine zuverlässige Füllstand- und Grenzstandmessung. Dies funktioniert selbst bei stark fluidisiertem, staubintensivem Pulver mit extrem geringer Schüttdichte. Siliciumdioxid, auch als Kieselsäure bekannt, wird in zahlreichen Branchen von Farben und Kunststoffen über Lebensmittel und Pharma bis hin zu modernen Dämmstoffen eingesetzt. In der chemischen Verfahrenstechnik ist insbesondere hochdisperse Kieselsäure ein anspruchsvolles Medium. Das feinkörnige Pulver wird häufig pneumatisch eingeblasen, ist stark staubend und weist eine sehr niedrige Schüttdichte auf. Genau hier entscheidet leistungsfähige Sensorik über Prozesssicherheit und Anlagenverfügbarkeit.

Sensorik für extreme Bedingungen in 25-Meter-Silos

In einem Werk für Hitze- und Schalldämmplatten wird Kieselsäure in rund 25 Meter hohen Edelstahlsilos zwischengelagert. Während der pneumatischen Förderung wird das Material fluidisiert eingeblasen. Die Luftzufuhr lockert das Pulver stark auf, sodass nur geringe Reflexionen entstehen und kaum mechanischer Widerstand auftritt. Für viele herkömmliche Messsysteme stellt dies eine Herausforderung dar.

Gefordert war eine Sensorik, die drei Aufgaben zuverlässig erfüllt: die kontinuierliche Füllstandsmessung zur Bestandsüberwachung, die punktuelle Voll- und Leermeldung zur Steuerung der Prozesse sowie die Materialflusskontrolle im Austragsrohr zur frühzeitigen Erkennung von Brückenbildung. Die Rahmenbedingungen waren anspruchsvoll: eine Schüttdichte von unter 20 Gramm pro Liter, Umgebungstemperaturen bis plus 60 Grad Celsius sowie Explosionsschutzanforderungen nach Atex Zone 21.

Radarsensoren für präzise Füllstandsmessung

Für die kontinuierliche Füllstandserfassung kommt der „NivoRadar NR 3300“ zum Einsatz. Die 80-Gigahertz-Technologie mit einer schmalen Drei-Grad-Strahlkeule ermöglicht eine exakte Messung auch in hohen, schlanken Silos. Ein verstellbarer Schwenkflansch erlaubt die präzise Ausrichtung auf den konischen Schüttkegel im Silo. Besonders wichtig bei staubintensiven Prozessen ist die integrierte Spülluftfunktion. Sie verhindert Ablagerungen an der Linsenantenne und sichert dauerhaft stabile Messsignale. Selbst bei fluidisierter Kieselsäure mit niedrigem Dielektrizitätswert liefert die Radarsensorik verlässliche Ergebnisse.

Vibrationssensorik erfasst Grenzstand und Materialfluss

Ergänzend zur kontinuierlichen Messung wird der „Vibranivo VN 2020“ mit „Vibrasil“-Technologie eingesetzt. Diese speziell für sehr leichte Schüttgüter entwickelte Sensorik erkennt selbst Materialien mit extrem geringer Schüttdichte zuverlässig. Unter dem Silodach detektiert eine hochsensible Variante den Vollstand auch bei luftgetragenem, fluidisiertem Pulver. Im unteren Konusbereich übernimmt eine angepasste Ausführung die Leermeldung. Zusätzlich überwacht ein weiterer Grenzstandsensor den Austragsabzweig und sichert den kontinuierlichen Materialfluss. Gerade bei staubender Kieselsäure zeigt sich die Vibrationssensorik als wartungsarm und robust. Internationale Ex-Zulassungen gewährleisten zudem den sicheren Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen.

Durchgängige Prozesssicherheit durch abgestimmte Sensorik

Die Kombination aus Radar- und Vibrationssensorik ermöglicht eine lückenlose Überwachung von der Befüllung über die Lagerung bis zum Austrag. Trotz Staub, Luftanteil und geringem Schüttgewicht bleiben die Messsignale stabil. Gleichzeitig sinkt der Wartungsaufwand, während die Prozessstabilität deutlich steigt. Das Projekt verdeutlicht, wie moderne Sensorik selbst unter extremen Bedingungen eine präzise und zuverlässige Prozessführung sicherstellt. Dies ist ein entscheidender Faktor für Effizienz und Sicherheit in der pneumatischen Förderung feiner Pulver.

Auch interessant für Sie

Der Drehflügel- Grenzstandmelder zuverlässig in nahezu allen Schüttgütern. Durch seine druckfeste Ausführung, optionalem Ex-Schutz und SIL2-Zertifizierung ist er auch für sicherheitskritische Prozesse geeignet
Filtration mit Differenzdruckmessung bei Chemcon sicher überwacht: Zwei Druckmessumformer zeigen mit ihrer 360-Grad-Leuchtanzeige weithin sichtbar die aktuellen Messergebnisse an
Mit dem Sensor „u-sense vibration“ lassen sich Pumpen einfach überwachen und wertvolle Informationen für Betrieb und Wartung gewinnen
Drucksensoren von Vega mit keramischen Messzellen werden in allen Hauptleitungen eingesetzt. Sie überwachen Wasserstoff, Sauerstoff, Elektrolyt, deionisiertes Wasser und Kühlkreisläufe
Das Wasserstoffprojekt in Hünfeld-Michelsrombach besteht aus Elektrolyseur, Tankstelle und Trailer-Abfüllstation. Intelligente IO-Link-Sensoren von Jumo sorgen für Prozesssicherheit.
v.l.n.r.: Große Freude beim Grand Opening: Scott Rollman, Patrick Herrmann, Ron Foltz und John Groom von Vega eröffnen gemeinsam mit Bürgermeisterin Diana K. Nelson und Gina Rittinger (Wirtschaftsverband Redi Cincinnati) die neue Elektronikfertigung in Mason